Wars das schon für den EHC Olten? Nach dem 0:3 gegen die Rapperswil-Jona Lakers sind die Powermäuse noch eine Niederlage vom Saisonende entfernt. Noch ist es natürlich nicht so weit. Noch hat der EHC Olten selbstverständlich eine Chance.

Die Highlights der Partie

Aber nimmt man das vierte Finalspiel als Massstab, dann kann man sich schlicht nicht vorstellen, wie die Oltner noch einmal, geschweige denn dreimal siegen möchten (davon zweimal auswärts), um die Lakers am Gewinn des B-Titels hindern zu können. Denn dazu müsste man Tore schiessen.

Die beste Final-Leistung des EHCO

Dabei hatten es die Oltner in der Hand, den in dieser Serie so wichtigen Ausgleich zu schaffen. Es war die mit Abstand beste Final-Vorstellung der Mannschaft von Headcoach Chris Bartolone. Alleine – das war nicht gut genug, um die Lakers am wohl entscheidenden Break zu hindern.

Der zu recht aberkannte, vermeintliche Oltner Anschlusstreffer durch Schirjajew

Schuld daran war der EHC Olten selber, weil er es ganz einfach nicht schaffte, den Puck im gegnerischen Tor unterzubringen. Es war für die 5756 Zuschauer schon fast eine Qual mit ansehen zu müssen, wie viele Chancen die Oltner vergaben, wie oft sie in aussichtsreicher Abschlussposition am Tor vorbei schossen, den Pass zu viel suchten oder schlicht am starken Rapperswil-Goalie Melvin Nyffeler scheiterten.

15 hochkarätige Chancen, nicht ein einziger Treffer

Eine (nicht vollständige) Aufzählung der besten Oltner Möglichkeiten zeigt, dass diese Niederlage letztlich unglaublich bitter und noch viel unnötiger ist: Muller (1. Minute), Grieder (2.), Huber (5.), Wyss (9.), Sharp (24.), Horansky (25.), Rouiller (29.), Schirjajew (33.), Wyss (33.), Schirjajew (37./Tor wegen hohen Stocks zurecht nicht anerkannt), Ulmer (38.), Sharp (40.), Sharp (45.), Rouiller (48.), Hirt (59.) – sie alle hatten einen Treffer auf dem Stock.

Sharp vergibt eine Oltner Chance

Sage und schreibe 15 qualitativ hochwertige Chancen sind das. Wer daraus aber kein einziges Tor generiert, der hat selbstredend Mühe, ein Spiel zu gewinnen.

Rouiller vergibt eine Oltner Chance

Zwei Tore in vier Partien – das ist zu wenig

Und wer in vier Playoff-Finalspielen insgesamt nur zwei Tore vorzuweisen hat, der muss sich über die schlechte Lage der Dinge erst recht nicht wundern. So einfach ist das. Da kann man auch alle Nebenschauplätze wie die Schiedsrichter (die gestern übrigens gut waren) und verschobene Tore (passierte bei Nyffeler viermal) getrost vergessen. Zumal auch das Powerplay inzwischen nicht mehr funktioniert. Die vier Möglichkeiten liess der EHCO allesamt ungenutzt.

So reichte schliesslich den alles andere als überzeugenden, aber unglaublich abgezockten Rapperswilern schon fast minimaler Aufwand, um für die entscheidende Differenz zu sorgen. Beim 0:1 (15.) verlor EHCO-Verteidiger Marc Grieder den Infight gegen Martin Ness, welcher im Powerplay einen Abpraller im Oltner Tor versorgte.

Der Treffer zur 1:0-Führung für Rapperswil-Jona durch Ness

Beim 0:2 (17.) stand Sven Lindemann plötzlich alleine vor Mischler und lenkte einen Pass von Florian Schmuckli geschickt ab.

Der Treffer von Lindemann zur 2:0-Führung der Gäste

Das war genug für den Sieg, den Jeremy Morin mit einem Treffer ins leere EHCO-Tor zum 0:3 abrundete.

Morin macht mit dem 3:0 ins leere Tor alles klar

Aber noch ist der EHCO nicht geschlagen

Und jetzt? Der Berg, den die Oltner erklimmen müssen, wird immer steiler, der Gipfel noch schwieriger erreichbar. Noch sind sie nicht geschlagen. Noch besteht die Hoffnung, dass die EHCO-Seilschaft doch noch einen Weg ins gegnerische Tor und somit zum Sieg findet.

Big Save von Mischler, aber auch der half schlussendlich nichts

«Wir sind wie ein Bär, der in eine Ecke gedrängt wurde und nun keinen Ausweg mehr findet. Wir müssen ihn nun aber finden und dafür alles in die Waagschale werfen», gab sich EHCO-Headcoach Chris Bartolone trotz der bitteren Niederlage kämpferisch. «Für uns war sowieso klar, dass wir mindestens einmal in Rapperswil gewinnen müssen. Jetzt müssen wir es halt zweimal schaffen. Und man darf nicht vergessen: Es ist oft am schwierigsten, den Deckel auf eine Playoff-Serie zu setzen. Das gilt auch für die Lakers.»

Bartolone zollte der Leistung seiner Mannschaft im vierten Finalspiel Respekt, forderte von seinen Spielern im Hinblick auf die nächste Partie aber noch mehr Aufwand vor dem gegnerischen Tor. «Wir müssen noch präsenter sein, den Körper, Stöcke, alles Mögliche in die Schussbahn bringen, damit wir auch mal ein dreckiges Tor schiessen.»

Denn klar ist: Wenn den Oltnern dieses Vorhaben erneut nicht gelingt, dann droht am Freitag das Saisonende.

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