Swiss League

Die Führung über die Zeit gerettet: Der EHC Olten holt in Visp einen 2:1-Zittersieg

Der EHC Olten findet allmählich trotz vielen Verletzten aus der Baisse und holt den dritten Sieg in Serie: Die Oltner gewinnen eine hart umkämpfte Partie gegen den EHC Visp mit 2:1. Die beiden Tore schossen Mäder und Debütant Schirjajew. Doch der Mann des Spiels war ein anderer: Torhüter Matthias Mischler.

Verteidiger Tim Bucher war nach dem Verlieren eines dritten Pflichtpunktes gegen Winterthur (5:4 n.V.) sichtlich gereizt und fand deutliche Worte: «Wir hatten nach der Führung wieder einmal das Gefühl, wir seien ‹geili Sieche› und meinten, wir könnten die Scheibe von hinten nach vorne tragen und alle austrippeln. Es muss der Hinterste und Letzte begreifen, was es für eine Einstellung braucht.»

Es waren bestimmte Worte des erfahrenen Oltner Assistenzcaptains, die gestern im Team zumindest im Endeffekt Anklang fanden. So gab der EHC Olten in einem hart umkämpften Spiel gegen Visp die frühe 2:1-Führung nach 22 Minuten nicht mehr aus der Hand und entführte damit drei wichtige Punkte aus dem Wallis.

Um den Sieg im Trockenen zu haben, mussten die rund 80 mitgereisten Oltner Fans jedoch bis zur Schlusssirene zittern, stellte der EHCO doch nach 40 Minuten ganz unbewusst auf die Taktik «Sieg sichern». Der Sieg war schliesslich dem überragenden EHCO-Torhüter Matthias Mischler zu verdanken, der mit mirakulösen Paraden enorme Sicherheit ausstrahlte und zurecht zum Oltner Mann des Spiels gewählt wurde.

Die Ruhe in Person im Oltner Tor schmälerte nach Spielschluss seine Leistung ganz bescheiden sogar noch und sprach von «dankbaren Schüssen», die er oftmals ohne grossen Aufwand habe stoppen können.

Oder anders ausgedrückt: Der EHC Visp, der seine beiden Ausländer Dan Kissel und Mark Van Guilder mit Niki Altorfer überaus stark forcierte, war im Abschluss zu harmlos. Selbst in den letzten 20 Spielminuten, in denen der EHC Olten nur noch mit Konterchancen präsent war, rannte Visp vergeblich bei Mischler an.

Beeindruckendes Debüt

Für die erste grosse Aufregung im Spiel sorgte Jewgeni Schirjajew, der nach dem Transfer von Ambri-Piotta zu Olten ein starkes Debüt zeigte: Er teilte im ersten Drittel auf offenem Eis einen überaus kernigen, aber fairen Check der Marke NLA-Härte aus.

Davon sichtlich beeindruckt, geriet Visp immer stärker unter Druck. Stefan Mäder konnte dadurch zwei Minuten vor Drittelsende die Situation freistehend im Slot ausnutzen und versorgte einen satt gezogenen Schuss auf einen sehenswerten Pass von Remo Hirt unter das Lattenkreuz.

Dass der EHCO jedoch nicht als Sieger der ersten 20 Minuten hervorging, war einer Unordnung in der Defensive geschuldet, sodass Visp bei numerischer Ausgeglichenheit kurzerhand das Spiel wie ein Powerplay aussehen liess und 21 Sekunden vor der ersten Pause zum Ausgleich kam.

Doch deswegen erschien der EHCO nicht etwa verunsichert wieder aus der Kabine. Womöglich auch nicht, weil wiederum Jewgeni Schirjajew plötzlich in der Offensive einen Pass abfing und die Lücke beim sonst ebenso stark aufspielenden Visp-Torhüter Joel Aebi fand (22.).

Mit einem lauten hörbaren Schrei drückte Oltens neue Verstärkung seine Freude über seinen ersten EHCO-Treffer aus, als würde er damit nach persönlich schwierigem Saisonstart in Ambri ausdrücken wollen, dass auch er Eishockey spielen kann. Er kann es: Schirjajew war, flankiert von den beiden Ausländern Stapleton und Vesce, der Oltner Aktivposten.

Auch sonst war die Oltner Paradelinie in den ersten 20 Minuten kaum mit Defensivarbeit beschäftigt, spielten sie doch mehrheitlich die limitierte Visper Verteidigung mit schönen Kombinationen schwindlig. Nur in Sachen Effizienz liessen sie zu wünschen übrig.

«Weil ich schon länger kein Spiel mehr bestreiten konnte, brauchte ich ein paar Minuten, bis ich den idealen Rhythmus gefunden hatte. Ich bin erleichtert, dass mir nach einer schwierigen Zeit sogleich der erste Treffer gelungen ist. Eishockeyspielen macht wieder Spass», sagt der strahlende Siegtreffer-Schütze.

Die Freude über den Sieg wird jedoch von der Tatsache getrübt, dass in Olten die Verletzungshexe immer weiter zuschlägt: Marco Truttmann, der in den letzten beiden Partien langsam in Fahrt kam, wird dem EHC Olten wegen einer Beinverletzung mehrere Spiele fehlen. Konkret verletzte er sich bei einem Check im Winterthur-Spiel an den Adduktoren, die ihm schon früher Schwierigkeiten bereiteten. Es droht eine langwierige Genesungszeit, bestenfalls eine Ruhepause von zwei bis drei Wochen.

Lesen Sie hier das Spiel im Liveticker nach:

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