«Nicht gut», sagt Remo Meister nach dem Spiel, nippt an seinem isotonischen Getränk, um dann noch klarer auf die Frage zu antworten, wie er die Mannschaftsleistung zur 1:4-Niederlage einstuft: «Wir spielten nicht clever genug. Wir müssen einfach gradliniger spielen, härter rangehen und defensiv weniger zulassen. Es gibt keine andere Devise», sagt der langjährige EHCO-Verteidiger frustriert. Es sind nicht mehr als Floskeln, die jeder Spieler derzeit von sich gibt. Sie zeigen auf, wie ratlos, wie rezeptlos der EHCO in diesen Playoffs agiert.

22 Strafminuten

Es ist ein ungeschriebenes Hockeygesetz: Siegreich beendet eine Playoffserie jene Mannschaft, die vor allem defensiv keine Fehler zulässt. Und jene Mannschaft war in diesem dritten Playoffspiel in Rapperswil-Jona wiederum nicht der EHC Olten: Beinahe im Minutentakt brachten sich die Dreitannenstädter gleich selber unnötig in Bedrängnis: Insgesamt 22 Strafminuten sammelten die EHCO-Spieler über das gesamte Spiel hinweg. Darunter war nicht nur eine Strafe zu viel: Drei der vier Rapperswiler Tore mussten die Powermäuse in Unterzahl hinnehmen.

«Wir haben dumme Strafen eingefangen und waren einmal mehr nicht im Stande, das erste Tor zu schiessen», bedauert Anthony Rouiller. Die kapitale Strafenflut nahm inmitten der Oltner Aufbauphase ihren Lauf, als dem Zitierten nach einem Vorstoss die Scheibe über die Stockschaufel springt. Um den Konter zu verunmöglichen, liess sich Rouiller zu einem Stockschlag hinreissen. Lakers-Topskorer Dion Knelsen nutzte die Überzahl aus spitzem Winkel zur Führung aus (15.). Dabei machte EHCO-Torhüter Matthias Mischler eine unglückliche Figur, da ihm die Scheibe via Brustschoner haltbar über den Rücken kullerte.

Es schien, als wäre Mischler, der gegenüber Dominic Nyffeler den Vorrang erhielt, gerade noch diesen ersten Gegentreffer am Verdauen, als er 51 Sekunden später seinen zweiten Aussetzer einzog: Ein kaum gefährlicher halbhoher Schuss liess er nach vorne abprallen, worauf der von den Oltner Verteidigern ungedeckte Rapperswiler Cyrill Geyer einnetzen konnte.

So rannte der EHCO einmal mehr einem frühen doppelten Rückstand hinterher, der aufgrund der Spielanteile durchaus hätte verhindert werden können: Mäder, Rouiller sowie der lauffreudige Wüst hatten Minuten zuvor Grosschancen ausgelassen.

Auch in der Folge blieb der EHCO offensiv blass. Lediglich Jiri Polansky reagierte nach 19 Minuten auf einen Abpraller am schnellsten und stocherte die Scheibe hinter die Linie.

Es war jedoch nicht mehr als ein laues Lüftchen, weil eine weiterfolgende Aufholjagd immer wieder durch Strafen jäh gestoppt wurde. Besonders ärgerlich erwiesen sich die beiden Strafen gegen Polansky in den letzten zehn Minuten. Der Tscheche sorgte mit seiner Undiszipliniertheit dafür, dass sich der EHCO schon frühzeitig geschlagen geben musste.

Der überragende Dion Knelsen, der an allen vier Rapperswil-Toren beteiligt war, war fünf Minuten vor Schluss im Powerplay gleich selber für den 4:1-Schlusspunkt besorgt.

Und so trifft ein, was zu Beginn der Serie, welche auf dem Matchblatt nicht ausgeglichener sein könnte, niemand erwartet hätte: Der EHC Olten könnte sich am Freitag sieglos aus den Playoffs verabschieden. Es wäre eine Blamage, die dem Verein teuer zu stehen kommen würde.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker: