Swiss League

Oltens Playoff-Gegner Visp geht am Stock

Ein gewohntes Bild während der Qualifikation: Jubelnde Visper, enttäuschte Oltner.Freshfocus

Ein gewohntes Bild während der Qualifikation: Jubelnde Visper, enttäuschte Oltner.Freshfocus

Der EHC Olten hat sämtliche vier Qualifikationspartien gegen den Viertelfinal-Konkurrenten EHC Visp verloren. Die Mannschaft des finnischen Trainers Matti Alatalo liegt denn Powermäusen mit ihrer bisweilen wilden Spielweise überhaupt nicht. Doch die Walliser plagen seit geraumer Zeit Verletzungssorgen.

Eigentlich müssten sie in Visp ja frohen Mutes in die am Freitagabend beginnende Playoff-Serie gegen den EHC Olten gehen. In der Qualifikation gewannen die Oberwalliser alle vier Direktduelle gegen ihren Viertelfinal-Kontrahenten. Kein Gegner war für die Oltner unangenehmer als die hartnäckigen Visper. «Unser Markenzeichen ist, dass wir nie aufgeben. Die Jungs geben immer Vollgas», umschreibt Visps Sportchef Bruno Aegerter eine der Stärken seiner Mannschaft. Das bekamen die Powermäuse vor allem in einem Fall auf bittere Art und Weise zu spüren. Am 2. November führte der EHCO nach zwei Dritteln mit 3:0 und schien auf dem Weg zu einem ungefährdeten Heimsieg. Aber der Schein trügte. Die Walliser stürmten zurück und gewannen die Partie nach einem furiosen Auftritt im Schlussabschnitt noch mit 5:3.

Unberechenbar und gefährlich

Die Mannschaft des finnischen Headcoachs Matti Alatalo, der seinen Vertrag bei den Lonza-Städtern vor wenigen Tagen um zwei Jahre verlängerte, lebt sehr von ihren Emotionen und kann sich, ehe man sich versieht, in einen Rausch spielen. Das macht sie extrem unberechenbar und gefährlich. Besonders in der Litternahalle, wo das bisweilen heissblütige Publikum oft noch das entscheidende Zünglein an der Waage sein kann. Die Oltner tun also gut daran, von der ersten Sekunde an bis zur Schlusssirene mit höchster Konzentration zu Werke zu gehen. Genau damit hatten sie aber während der Qualifikation am meisten Mühe.

Aber eben: So gut die Vorzeichen auf dem Papier für die Visper auch zu sein scheinen. Optimismus verspürt beim Gespräch mit Sportchef Aegerter nicht gerade in Massen. Doch das hat nichts mit Tiefstapelei zu tun, sondern hat seine guten Gründe. Im letzten Meisterschaftsspiel am Sonntag gegen Thurgau (1:2 n.V.) musste Matti Alatalo auf sechs Stammspieler verzichten. Der EHC Visp geht am Stock und plagte sich in der zweiten Saisonhälfte mit viel Verletzungspech herum. «Auch deshalb hat das Team in den letzten Wochen etwas an Elan eingebüsst», erzählt Aegerter. Bemerkenswert ist aber, dass die Visper trotz ihrer Pechsträhne nie einbrachen und letztlich nur elf Punkte weniger auf dem Konto hatten als Qualisieger La Chaux-de-Fonds.

Angeschlagene Schlüsselspieler

Welche der angeschlagenen und verletzten Spieler am Freitagabend im Kleinholz dann tatsächlich auf dem Matchblatt stehen werden, wird sich vermutlich erst in letzter Minute entscheiden. Klar ist: Schlüsselspieler wie Verteidiger Luca Camperchioli (Rücken) und Stürmer Jules Sturny (Schulter), der für die kommende Saison schon beim A-Ligisten Langnau unterschrieben hat und der lange hervorragend mit dem Ausländerduo Kissel/ van Guilder harmonierte, sind für die Visper ganz wichtige Teamstützen. Vor allem deshalb, «weil wir im Vergleich zu Olten nicht dieselbe Kaderbreite haben», erklärt Aegerter.

Speziell ist aus Sicht der Visper auch die Tatsache, dass sie ihre letzten Pflichtspiele in der altehrwürdigen Litternahalle bestreiten. Mit Meisterschaftsbeginn der Saison 19/20 soll die neue Lonza-Arena bezugsbereit sein. Es geht für die Oberwalliser also auch darum, sich anständig von ihrer langjährigen Spielstätte zu verabschieden. Dass man da mit einer weiteren Playoff-Runde liebäugelt, erstaunt nicht. Es liegt nun am EHC Olten, den Visper Träumen einen Strich durch die Rechnung zu machen.

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