Eishockey
Samuel Walser will sein Glück beim HC Davos versuchen

Beim EHC Olten erlernte Samuel Walser das Hockeyspielen. Nach zwei Saisons bei den Kloten Flyers will sich der 21-jährige Walser nun in der kommenden Saison beim HC Davos durchsetzten.

Marcel Kuchta
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Ein Solothurner in Davos: Samuel Walser in der HCD-Garderobe Nadja Simmen/swiss-image

Ein Solothurner in Davos: Samuel Walser in der HCD-Garderobe Nadja Simmen/swiss-image

swiss-image.ch/Nadja Simmen

Willkommen auf dem Planeten Arno! Schauplatz Sursee, vor dem Testspiel zwischen dem HC Davos und ZSKA Moskau. Arno Del Curto ruft Samuel Walser während des Aufwärmens zu sich und sagt grinsend: «Gell Sämi, Solothurner können nicht Auto fahren.» Der HCD-Trainer will Samuel Walser mit einem neckischen Spruch aus der Reserve locken. Doch der gross gewachsene Mann aus dem solothurnischen Boningen lässt sich nicht provozieren. Samuel Walser verzieht kaum eine Miene und verabschiedet sich wenig später wieder zu seinen Teamkollegen, um das Warm-up fortzusetzen.

Für Samuel Walser begann im vergangenen Frühling ein neues Kapitel in seiner noch jungen Karriere. Der 21-Jährige, der das Eishockey-Abc beim EHC Olten erlernte und schliesslich in der Junioren-Abteilung der Kloten Flyers gross wurde, verpflichtete sich für drei Jahre beim HC Davos. Nach zwei soliden NLA-Saisons bei den Fliegern, welche aber auch mit einer gewissen Stagnation verbunden waren, war für Walser die Zeit gekommen, zu neuen Ufern aufzubrechen. Und als Arno Del Curto anrief und um die Dienste des in der ganzen NLA begehrten Centers buhlte, da musste er nicht lange überlegen. «Es ist eine Ehre, wenn ein so erfolgreicher Trainer wie Arno mit dir zusammenarbeiten will», erzählt der 1,90-Meter-Mann.

Samuel Walser erhofft sich von seinem Engagement beim Rekordmeister einen neuen Schub. Er möchte mehr Verantwortung übernehmen. «In Kloten bekam ich zwischendurch mal zwei, drei Spiele mehr Eiszeit, wurde aber schnell wieder in den vierten Block versetzt», sagt Walser. Arno Del Curto sei dagegen bekannt dafür, dass er die Einsätze sehr gleichmässig verteilt und die Spieler mit mehr Eiszeit belohnt, die es sich mit guten Leistungen verdient haben. Klar ist aber auch: Die Konkurrenz auf der Center-Position ist in Davos enorm gross: Dazu gehören klingende Namen wie Reto von Arx. Andres Ambühl oder der Finne Perttu Lindgren.

Um sich so schnell wie möglich an seinem neuen Arbeitsort zu akklimatisieren, brach Samuel Walser seine Zelte in Kloten bereits Ende April ab und dislozierte nach Davos, wo er eine kleine Wohnung in der Nähe des Bahnhofs bezog. Die Umstellung vom WG-Leben (er wohnte zusammen mit dem neuen Biel-Goalie Lukas Meili) zum Single-Haushalt war zu Beginn nicht einfach. Mittlerweile komme er aber ganz gut zurecht: «Ich habe sogar eine kleine Leidenschaft fürs Kochen entwickelt», erzählt Walser, der sich inzwischen auch an das im Vergleich zum Grossraum Zürich beschränkte Freizeitangebot gewöhnt hat. «Im Sommer läuft in Davos schon nicht so viel. So konnte ich mich aber voll und ganz auf die Saisonvorbereitung konzentrieren.»

Glänzen möchte der neue Davoser Mittelstürmer sowieso vornehmlich auf dem Eis. Dass Arno Del Curto grosse Stücke auf ihn hält, weiss er. Ebenso weiss er aber auch, dass der legendäre HCD-Trainer mitunter sehr hart sein kann, wenn seine Spieler den Fokus aus den Augen verlieren und nicht voll mitziehen. «Ich habe mich vorher schon ein wenig schlaugemacht, wie ich mich in welcher Situation verhalten muss», erzählt Walser lächelnd.

In den bisherigen Vorbereitungsspielen durfte er mehrmals zwischen prominenten Flügelstürmer-Paaren spielen – und musste dabei auch die besondere Rolle kennen lernen, die der Center im Davoser System zu spielen hat. «Man muss an beiden Enden des Spielfelds präsent sein. Wichtig ist, dass der Mittelstürmer stets als defensive Absicherung da ist», weiss der Boninger, dass für ihn der Rückwärtsgang fast mehr Bedeutung hat als der Vorwärtsgang. Er kann Arno Del Curto also quasi auf dem Eis beweisen, dass Solothurner sehr wohl gute Autofahrer sind.

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