Der bald 22-jährige Luzerner bot eine gute Leistung und verpasste ein Diplom nur um 7,3 Punkte. Für Deschwanden wäre sogar noch mehr möglich gewesen. Der Olympia-Debütant konnte allerdings seine glänzende Ausgangslage aus dem ersten Durchgang, als er mit 134,5 m auf Platz 6 gesprungen war, nicht nutzen und fiel im finalen Durchgang mit einer Weite von 123 m auf Rang 14 zurück.

Simon Ammann hatte bei seinem wohl letzten Olympia-Einsatz die Chance auf eine bessere Klassierung bereits im ersten Versuch vergeben. Der 32-jährige Toggenburger kam wie andere Topspringer mit den schwierigen Windverhältnissen im "RusSki Center"nicht zurecht und landete bereits nach 125,5 Metern. Immerhin gelang Ammann ein versöhnlicher Abschluss seiner fünften Winterspiele. Im zweiten Durchgang sprang er 131 m weit und verbesserte sich damit von Platz 29 auf Rang 23.

Für Ammann war es der wohl letzte Auftritt an Olympischen Spielen. Der erfolgreichste Schweizer Teilnehmer an Winterspielen nahm in Sotschi zum fünften Mal an Olympischen Spielen teil. 1998 in Nagano gab er als 16-Jähriger sein Debüt, 2002 in Salt Lake City und 2010 in Vancouver gewann er je zweimal Gold. Mit vier Olympiasiegen ist er der erfolgreichste Skispringer der Geschichte.

Auf Ammanns Spuren wandelt Kamil Stoch. Der Pole ist nach Ammann (2002 und 2010) und Matti Nykänen (1988) erst der dritte Skispringer, der an Olympischen Spielen auf beiden Schanzen Gold gewann. Der 26-Jährige siegte mit 1,3 Punkten vor dem Japaner Noriaki Kasai, der in Sotschi ein kleines Wintermärchen schrieb. Der 41-Jährige holte an seinen siebten olympischen Winterspielen mit Silber die erste olympische Einzelmedaille. 1994 in Lillehammer hatte Kasai mit der Mannschaft sein zuvor einziges Edelmetall gewonnen.

Zu den grossen Geschlagenen gehörten die Österreicher. Als Bester klassierte sich Gregor Schlierenzauer, der in Vancouver zweimal Bronze gewonnen hatte, auf Platz 8. Bereits im ersten Durchgang aus der Entscheidung gefallen waren Thomas Diethart, der Sieger der Vierschanzentournee, und Thomas Morgenstern, der Olympiasieger auf der Grossschanze von 2006 in Turin.

Für den Satz des Tages sorgte der Russe Dimitri Wassiljew, der im zweiten Durchgang erst nach 144,5 m landete, den Sprung aber nicht stehen konnte und sich mit den Händen im Schnee abstützen musste. Den gültigen Schanzenrekord stellte der Deutsche Marinus Kraus mit 140 m auf.