Verliert der FC Aarau forfait, nachdem im Brügglifeld die Lichter ausgingen und das Spiel mangels Strom abgesagt werden musste?

Die Frage steht also im Raum: Welche Folgen hat die Absage für den FC Aarau? Wird das Spiel wiederholt? Oder kassiert der FC Aarau eine 0:3-Forfaitniederlage?

„Das Reglement ist klar“, sagt Luigi Ponte, Präsident des Schweizerischen Schiedsrichterverbandes. „Fällt in einem Stadion der Strom aus und gibt es kein Licht, so hat der Heimklub eine halbe Stunde Zeit, den Schaden zu reparieren. Gelingt das nicht, wird das Spiel nicht angepfiffen.“

Ist das also gleichbedeutend mit einer Forfait-Niederlage für den FC Aarau? „Nein“, fügt Ponte hinzu. „Das muss nicht sein. Entscheidend ist der Grund für den Stromausfall. Die Verantwortlichen der Swiss Football League müssen jetzt abklären, ob der FC Aarau für den Stromausfall verantwortlich gemacht werden kann oder nicht.“

Fehler im Trafohaus

Betreiben wir also Ursachenforschung: Warum fiel gestern Abend im Stadion Brügglifeld vor und während des Spiels der Strom aus? Recherchen der „Aargauer Zeitung“ haben ergeben, dass im Trafohaus, welches sich im Innern des Stadions befindet, die Sicherungen rausgeflogen seien.

Interessantes Detail am Rande: Nach dem ersten Stromausfall sorgte ausgerechnet Alfred Schmid dafür, dass der Schaden kurzfristig behoben werden konnte. Der Präsident des FC Aarau ist gelernter Elektriker und sorgte mit der Hilfe des Stadion-Abwarts und eines Pikettmanns dafür, dass man den Strom wieder rauf fahren konnte.

Der Präsident als Elektriker

 „Ich konnte helfen, weil ich schon als junger Mann gelernt habe, mit Strom umzugehen“, sagte Schmid. „Beim zweiten Stromausfall  war dann aber nichts mehr zu machen.“ Schmid hofft in seiner Funktion als FCA-Präsident natürlich darauf, dass das Spiel gegen den FCZ neu angesetzt wird. Mal schauen, zu welchem Schluss die Swiss Football League kommen wird. Ein Entscheid dürfte schon im Verlauf vom Mittwoch fallen.

Spielabbruch im Brügglifeld

Spielabbruch im Brügglifeld

Zweimal Lichter aus

Es war 19.27 Uhr, als im Stadion Brügglifeld erstmals die Lichter ausgingen. Stromausfall! Eine gute Viertelstunde vor dem Anpfiff des Challenge-League-Spitzenspiels zwischen dem FC Aarau und dem FC Zürich legte sich eine gespenstische Dunkelheit über das kleine Stadion.

Der Spuk dauerte exakt 25 Minuten. Obwohl es während der knappen halben Stunde ohne Licht zwischen einigen Zürcher und Aarauer Fans zu kleinen Scharmützeln kam, blieb das Brügglifeld glücklicherweise von Ausschreitungen verschont. Der Grossteil der rund 5000 Zuschauer blieb besonnen und verhielt sich absolut ruhig. Kam hinzu, dass rund 100 Polizisten auf und neben dem Spielfeld für Ruhe und Ordnung sorgten.

Hier gehts zum Liveticker zum Spielabbruch

Kurz nach 20.10 Uhr, also mit einer Verspätung von einer knappen halben Stunde, pfiff Schiedsrichter Stephan Klossner die Partie an. Alles klar? Nein! Der Spass dauerte nicht einmal eine Minute. Dann gingen die Lichter ein zweites Mal aus. Wieder war es im weiten Rund vom Stadion Brügglifeld stockdunkel. Die beiden Mannschaften zogen sich auf Anordnung des Spielleiters in ihre Umkleidekabinen zurück.

Diesmal dauerte der Spuk 13 Minuten. Kurz vor 20.30 Uhr leuchtete ein Teil der Flutlichter wieder. Kurze Zeit später kam allerdings die Durchsage, dass Schiedsrichter Klossner das Spiel nicht ein zweites Mal anpfeifen werde. Man könne einerseits nicht ausschliessen, dass es zu einem dritten Stromausfall komme, anderseits sei die Sicherheit der Spieler der beiden Teams nicht gewährleistet.