Tennis

Stan Wawrinka kämpft an den Swiss Indoors mit Schmerzen gegen seinen Basel-Fluch

Ein nachdenklicher Stan Wawrinka gibt vor seinem Erstrundenspiel an der Pressekonferenz Auskunft.

Ein nachdenklicher Stan Wawrinka gibt vor seinem Erstrundenspiel an der Pressekonferenz Auskunft.

Stan Wawrinka steigt nach dem verlorenen Antwerpen-Final am Mittwoch verspätet in die Swiss Indoors ein und erklärt, warum er sich in Basel immer so schwertut.

Stan Wawrinka überlegt lange, bevor er eine Antwort gibt. Es ist auch eine schwere Frage, warum er als dreifacher Grand-Slam-Sieger trotz all seiner Erfahrung in Basel immer noch «angespannt und zögerlich» spielt. Doch genau das hatte Wawrinka soeben selber gesagt und damit die Nachfrage provoziert. «Entwicklung und Erfahrung ist nicht nur positiv. Es hilft oft. Aber man stellt sich auch mehr Fragen», antwortet der Romand dann. Klar hat der 34-Jährige Lust in Basel vor Schweizer Fans zu spielen. «Das hat man ja nicht so oft.» Aber er erklärt auch, dass Basel auch wegen der Bedingungen auf dem Court nicht sein Lieblingsturnier ist.

Tatsächlich hat sich Wawrinka an den Swiss Indoors bislang nicht mit Ruhm bekleckert. Bei 13 Teilnahmen hat er mehr verloren als gewonnen. Das war nur elfmal der Fall. Achtmal schied er bereits in Runde 1 aus. Doch Wawrinka – der nach guten Punkten gerne mit dem Finger auf seinen Kopf zeigt – weiss, dass dies vor allem ein mentales Problem ist. Angriffig sagt er: «Es liegt an mir, das zu verändern.» In der ersten Runde trifft der Romand heute auf Pablo Cuevas (ATP 45). Das bisher einzige Aufeinandertreffen gegen den Uruguayer verlor Wawrinka 2017 auf Sand.

Stan Wawrinka spielt mit Schmerzen, aber gut

Die Voraussetzungen, den Basel-Fluch in diesem Jahr zu brechen, sind allerdings nicht optimal. Wegen einer Entzündung an beiden Waden pausierte Wawrinka nach den US Open, wo er im Viertelfinal gegen Daniil Medvedev verlor, fünf Wochen. Erst vor zehn Tagen entschied er sich, zum Ende der Saison doch noch die Turniere in Antwerpen, Basel und Paris zu spielen. «Die Schmerzen sind noch da, aber sonst hätte ich eine zu lange Pause gehabt», erklärt er. In Antwerpen überraschte sich Wawrinka vergangene Woche selbst. Erst im Final gegen Andy Murray verlor er mit 6:3, 4:6, 4:6. Dies trotz Doppelbreakchancen auf das 4:1 im zweiten Satz. «Ich hatte das Spiel in der Hand, hätte auch gewinnen können. Aber ich kann nach so einer guten Woche nicht sagen, dass ich wirklich enttäuscht war», sagt Wawrinka.

Sowieso ist der Waadtländer mit seiner Saison sehr zufrieden. Zwar hat er durch die Finalniederlage seit Genf 2017 keinen ATP-Titel mehr gewonnen. Doch im Jahresranking liegt Wawrinka auf Rang 15. Nach drei Knie-OPs war er vor 15 Monaten noch auf Position 263 klassiert. Jetzt sind sogar die Top 10 plötzlich wieder in Reichweite. Der Finaleinzug von Antwerpen hat zur Folge, das die Schweizer Nummer 2 in Basel ab Mittwoch bei einem Weiterkommen theoretisch jeden Tag spielen müsste. Auch die Vorbereitungs- und Anpassungszeit verkürzte sich. Doch Wawrinka will das nicht als Ausrede gelten lassen: «Sobald ich in einem Turnier auf den Platz gehe, weiss ich, dass ich gewinnen kann. Gegen jeden Gegner.»

Auch das mit den Schmerzen sei halb so wild: «Wir haben alle Schmerzen. Die einen sprechen mehr darüber, die anderen weniger. Wenn ich aber spiele, sind meine Schmerzen erträglich.» Dass Wawrinka auch unter diesen Bedingungen gut spielen kann, hat Antwerpen gezeigt.

Meistgesehen

Artboard 1