Super League
3:1-Sieg gegen Lugano: Später Befreiungsschlag aus der Krise für Meister YB

Die Young Boys können doch noch siegen. Nach sieben Pflichtspielen ohne Sieg gewinnt der Schweizer Meister das Nachtragsspiel gegen Lugano mit 3:1. Damit machen die Berner einen wichtigen Schritt aus der Resultatkrise.

Raphael Gutzwiller
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Wilfried Kanga (vorne) jubelt mit den anderen YB-Spielern über seinen Treffer zum 3:1.

Wilfried Kanga (vorne) jubelt mit den anderen YB-Spielern über seinen Treffer zum 3:1.

Claudio De Capitani / freshfocus

Werbung in eigener Sache macht an diesem kalten Abend in Bern vor allem auch der zuletzt bereits kritisierte Trainer David Wagner. In der 80. Minuten beim Stand von 1:1 hat er das richtige Händchen. Er wechselt Miralem Sulejmani ein. Schon nach dessen ersten Aktion macht sich der Wechsel bezahlt: Sulejmani lanciert Stürmer Wilfried Kanga mit einem Steilpass. Kanga schiebt zum 2:1 ein. Und nur fünf Minuten später doppeln Sulejmani und Kanga nach – auf traumhafte Art und Weise. Mit dem Tor zum 3:1 stellt das Duo einen Kandidaten für das Tor des Jahres. Diesmal spielt Sulejmani einen weiten Ball aus der eigenen Platzhälfte in Richtung Kanga, der den Ball wunderschön über Lugano-Goalie Saipi ins Tor lupft.

Seine Einwechslung bringt den Erfolg: Miralem Sulejmani gegen Numa Lavanchy (links) mit dem Assist zum 2:1.

Seine Einwechslung bringt den Erfolg: Miralem Sulejmani gegen Numa Lavanchy (links) mit dem Assist zum 2:1.

Claudio De Capitani / freshfocus

Für YB ist der Sieg ein eminent wichtiger, ist der Motor des Meistes zuletzt doch arg ins Stocken geraten. Und so sind die Jubelbilder zum Abpfiff in Bern so ausgelassen, wie man sie es schon eine Weile nicht mehr gesehen hat. «Der Stein, der von unserem Herzen fällt, ist riesig», sagt YB-Spieler Sandro Lauper, ehe er anfügt: «Vor allem nach diesem Spielverlauf.»

YB-Trainer David Wagner war vor der Partie schon ein wenig angezählt.

YB-Trainer David Wagner war vor der Partie schon ein wenig angezählt.

Peter Klaunzer / Keystone

Tatsächlich dürften sich viele YB-Akteure bereits früh an die unglückliche 0:1-Niederlage am Sonntag gegen Zürich zurückerinnert haben. Die Berner führen erneut die feinere Klinge, dominieren die Partie spielerisch. Der Gegner zieht sich weit zurück, überlässt dem Meister das Spieldiktat. Bei YB sieht vieles stimmig aus, doch in der Offensive fehlt immer etwas. Die Aktionen sind zu wenig zwingend, die Entscheidungsfindung ist meist die falsche. Das Selbstvertrauen fehlt, die Überzeugung ebenso. Vielleicht fehlen auch die Namen von Jean-Pierre Nsame und Christian Fassnacht, die Klasse in der Offensive versprechen.

Dafür geht das Überraschungsteam Lugano nach 27 Minuten in Führung. Sandi Lovric heisst der Mann, der einen Freistoss ins Tor zirkelt. Als wenig später ein ähnlicher Freistoss auf der Gegenseite von Fabian Rieder an die Latte klatscht, scheint dies symptomatisch. Wieder läuft alles gegen YB.

Sandi Lovric (Mitte) jubelt nach seinem Freistosstreffer.

Sandi Lovric (Mitte) jubelt nach seinem Freistosstreffer.

Claudio De Capitani / Freshfocus

Doch statt aufzustecken reagiert der Schweizer Meister nach der Pause. «Es spricht für unsere Mentalität, dass wir zurückgekommen sind», findet Lauper. Nach VAR-Intervention erhalten die Berner in der 63. Minute einen Foulelfmeter: Jordan Siebatcheu gleicht zum 1:1 aus. YB drückt in der Folge weiter, ehe Wagner noch den Sieg einwechselt.

Dank des wichtigen Sieges halten die Berner den Anschluss an die Spitze, liegen aber hinter Zürich, Basel und Lugano weiter an vierter Position. Doch der Rückstand ist für den Meister nicht weiter angewachsen.

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