Super League
Die Maschine läuft: Der FC Basel demontiert den FC Sion und grüsst von der Tabellenspitze

Der FC Basel gewinnt gegen den FC Sion mit 6:1 und begeistert die anwesenden Fans. Nicht nur die sechs verschiedenen Torschützen, sondern auch die Defensive überzeugt - zumindest bis kurz vor Schluss. Den nächsten Versuch, diese Maschine ins Stocken zu bringen, kann am Donnerstag Ujpest Budapest starten.

Jakob Weber
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Der FC Basel überzeugt offensiv und kann gegen den FC Sion gleich sechs Mal jubeln. Auffällig sind dabei die fünf verschiedenen Torschützen.

Der FC Basel überzeugt offensiv und kann gegen den FC Sion gleich sechs Mal jubeln. Auffällig sind dabei die fünf verschiedenen Torschützen.

Marc Schumacher / freshfocus

20:4 Schüsse, 8:0 Schüsse aufs Tor, 7:0 Grosschancen, 5:0 Tore. Ein Blick während der Halbzeitpause auf die Statistiken versichert den FCB-Fans: Nein, das ist kein Traum, der sich da im ersten Liga-Heimspiel nach dem Corona-Lockdown abspielt. Der FC Basel kommt wie von der Tarantel gestochen aus der Kabine. In Minute 4 findet Valentin Stocker mit einer Ecke den Kopf von Pajtim Kasami zum 1:0.

In Minute 15 sprintet Sergio Lopez von der eigenen Torlinie zur anderen und schiebt den Ball nach einem Doppelpass mit Edon Zhegrova zum 2:0 über die Linie. In Minute 22 findet eine Ecke von Zhegrova den Kopf von Sebastiano Esposito, der wiederum perfekt für Eray Cömert auflegt, der bei seinem Startelfdebüt in dieser Saison das 3:0 besorgt.Der FC Basel ist immer einen Schritt schneller als Sion.

«Wir hatten viel Power und ein gutes Zusammenspiel und haben gezeigt, dass in dieser Saison noch viel möglich ist»,

sagt Cömert. «Dank unserer Intensität haben wir den Gegner an die Wand gespielt», analysiert Kollege Kasami. Und die Führung hätte schon zur Pause noch höher ausfallen können. Doch was Cömert und Arthur Cabral freistehend nicht schaffen, schafft dann der überragende Esposito.

Per Aussenrist stellt er in Minute 42 auf 4:0, und in der 44. Minute macht dann auch Cabral sein Tor. Wieder nach einer Ecke. Wieder per Kopf. 5:0. «Wir haben nicht mal im Ansatz gezeigt, was wir uns vorgenommen haben», sagt Sion-Trainer Marco Walker an alter Wirkungsstätte.

Vor dem Spiel war Marco Walker glücklich an seine alte Wirkungsstätte zurück zu kommen. Nach einer schwachen Leistung seiner Mannschaft wird er dieses Spiel aber nicht in guter Erinnerung behalten.

Vor dem Spiel war Marco Walker glücklich an seine alte Wirkungsstätte zurück zu kommen. Nach einer schwachen Leistung seiner Mannschaft wird er dieses Spiel aber nicht in guter Erinnerung behalten.

Marc Schumacher / freshfocus

Nachdem der FCB Sion am letzten Spieltag der vergangenen Saison mit einem lustlosen Auftritt im Tourbillon den Nicht-Abstieg ermöglichte, scheinen sich die Walliser ebenfalls per Gastgeschenk zu revanchieren.

Missverständnisse wechseln sich mit Unkonzentriertheiten ab. Schon zur Pause nimmt Walker vier Wechsel vor. Unter anderem bleibt Luca Zuffi in der Kabine, der vor dem Spiel noch offiziell vom FCB verabschiedet worden war.

Vor dem Anpfiff wird Luca Zuffi für seine sieben Jahre im Dienste der Rotblauen geehrt. Reto Baumgartner überreicht ihm eine Collage und ein Trikot.
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Der Assistgeber Valentin Stocker jubelt mit dem Torschützen. Pajtim Kasami freut sich trotz seiner Vergangenheit beim FC Sion über das Tor.
Für das Tor musste Pajtim Kasami seine ganze Wucht einsetzen. Er schafft es aber, trotz starker Bedrängnis an den Ball zu kommen und diesen zu versenken.
Sergio López, der Neuzugang von Real Madrid, trifft zum ersten Mal für den FCB. Natürlich sind seine Kollegen da und beglückwünschen ihn zum 2:0-Treffer gegen den FC Sion.
Defensiv lässt der FCB wenig zu. Eray Cömert kümmert sich um Guillaume Hoarau und lässt diesem keine Chance.
Hinten sicher und vorne treffsicher. Eray Cömert trifft nach einer Ecke zum 3:0 für den FC Basel und lässt sich dafür feiern. Den Assist lieferte diesmal Sebastiano Esposito.
Nächste Erfolgsmeldung für Sebastiano Esposito. Er trifft auch gegen Sion. Heute mit einem Aussenristschlenzer ins lange Eck - ein Traumtor.
Der FC Sion hat dem FCB nichts entgegenzusetzen. Stellvertretend das gewonnene Kopfballduell von Pajtim Kasami gegen Guillaume Hoarau.
Fünf Tore und fünf verschiedene Torschützen. Der FCB spielt sich in einen Rausch und Guillaume Hoarau ist bedient.
Geknickte Walliser verlassen das Feld, um in die Pause zu gehen. Derweil hat der Präsident des FC Sion genug gesehen und verlässt das Stadion bereits nach 45 Minuten.
Der Captain darf heute jede Menge Tore bejubeln. Sechs verschiedene Torschützen konnte Valentin Stocker heute hochleben lassen. Hier ist es Edon Zhegrova, der gerade eben zum 6:0 eingenetzt hat.
Viel hat der FC Sion dem FCB heute nicht entgegenzusetzen. Filip Stojilkovic schafft es aber doch, Pajtim Kasami an einem weiteren Tor zu hindern.
Der FC Sion verliert gleich mit 6:1 in Basel. Das kann selbst der Sittener Spieler Ivan Martic kaum glauben.
Marco Walker kommt als Trainer des FC Sion zurück ins Joggeli, wo er auf viele bekannte Gesichter, wie hier Taulant Xhaka, trifft. Dieses nach Hause kommen hat sich Marco Walker aber sicherlich anders vorgestellt.
Die FCB-Spieler in Feierlaune - nach diesem klaren 6:1 Sieg gegen den FC Sion kann ihnen das keiner verübeln.

Vor dem Anpfiff wird Luca Zuffi für seine sieben Jahre im Dienste der Rotblauen geehrt. Reto Baumgartner überreicht ihm eine Collage und ein Trikot.

Marc Schumacher / freshfocus

Unterschiedliche Spieler sorgen für sehr viel Gefahr

Doch besser wird es nicht. Zhegrova stellt in Minute 55 nach einem schönen Solo auf 6:0. Der Kosovare ist an diesem Nachmittag der sechste Torschütze. Dazu gibt es auf Basler Seite vier unterschiedliche Assistgeber. Und das, obwohl Rahmen seine Startformation im Vergleich zum Spiel am Donnerstag auf fünf Positionen geändert hatte. Doch auf dem Feld merkt man nicht, dass Xhaka, Frei und Lang geschont werden.

«Es tut uns gut, dass wir schwer auszurechnen sind und viele Spieler Tore schiessen können», sagt Rahmen, der sich freut, dass es aktuell offenbar egal ist, welche Spieler er aus dem Kader aufs Feld schickt. Belastungssteuerung nennen das die Experten und Rahmen scheint ein Experte der Belastungssteuerung zu sein. «Das ist sein Job. Es tut der Mannschaft gut, wenn der eine oder andere mal Kräfte sparen kann», sagt Kasami und fügt mit einem Lächeln hinzu:

«Die Maschine läuft. Das ist wichtig.»

Gegen Ende des Spiels stottert die angesprochene Maschine dann doch ein wenig. Nach einem Zupfer von Fabian Frei am Trikot von Sion-Stürmer Filip Stojilkovic gibt Schiedsrichter San Elfmeter. Und der Gefoulte verwandelt zum 6:1. Rahmen ärgert sich besonders über den ersten Gegentreffer im vierten Spiel, und es ärgert ihn auch, dass Sion in den Schlussminuten noch die Chancen auf die Tore 2 und 3 hat.

Doch das wird schnell vergessen sein. «Wir haben heute von A bis Z dominiert. Das war schön», sagt Rahmen bereits 15 Minuten nach Schlusspfiff. Und schon am Donnerstag wartet mit Ujpest bereits ein nächster Gegner, der «uns analysiert hat und besiegen will». Doch das wird gegen diesen starken FCB nicht einfach.

Basel - Sion 6:1 (5:0)

St.-Jakob-Park – 15 112 verkaufte Tickets – SR: Fedayi San. - Tore: 4. Kasami 1:0 ­(Stocker). 15. López 2:0 (Zhegrova). 21. Cömert 3:0 (Esposito). 42. Esposito 4:0 (Cabral). 44. Cabral (Zhegrova) 5:0. 55. Zhegrova 6:0 (Cabral). 88. Stojilkovic 6:1 (Foulpenalty).

Basel: Lindner; López (72. Frei), Cömert, Pelmard, Petretta (72. Lang); Kasami, Quintillà (86. Palacios); Zhegrova, Esposito, Stocker (60. Millar); Cabral (60. Males).

Sion: Fickentscher; Cavaré, Lacroix, Ruiz, Marquinhos; Itaitinga (46. Araz), Serey Dié (62. Martic), Zuffi (46. Ndoye), Tosetti (46. Grgic); Stojilkovic, Hoarau (46. Uldrikis).

Bemerkungen: FCB ohne Padula, Djiga und Durrer (alle verletzt), Nikolic, Pululu, Tushi, Cardoso (alle kein Aufgebot).

Verwarnungen: 24. Serey Dié (Foul). 35. Lacroix (Foul). 36. López (Reklamieren).

Die Highlights zum Spiel:

SRF (Youtube)

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