Super League
Mit Effizienz zum ersten Erfolg: Der FC Basel gewinnt mit 3:2 gegen Sion

Der FC Basel holt in Sion ein 3:2 und damit den ersten Sieg des Jahres. Erneut schwinden am Ende etwas die Kräfte.

Céline Feller
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Pajtim Kasami klatscht mit seinen alten Kollegen ab, nachdem er wieder mal eine Mitschuld an deren Niederlage trägt.
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Ein Tritt in die Wade. Für dieses Vergehen an Kasami hat Geoffrey Serey Dié die gelbe Karte von Alain Bieri gesehen.
Timm Klose beweist heute mehrmals, wer die Lufthoheit in Sitten hat. In Minute 15 springt sogar ein Tor dabei heraus.
Ein ums andere Mal entwischt der quirlige Flügelflitzer Edon Zhegrova seinen Bewachern. Einmal bleibt er aber nicht cool genug und vergibt frei vor Sion-Goalie Fayulu.
Heute war es endlich soweit. Ricky van Wolfswinkel erzielt seinen ersten Saisontreffer in der Liga. Julian von Moos hat ihm dabei assistiert.
Ricky van Wolfswinkel muss von Ex-FCB-Spieler Léo Lacroix mit unlauteren Mitteln gestoppt werden.
Eray Cömert und seine Verteidiger-Kollegen halten den Kasten in Halbzeit 1 sauber. Bis zur 77. Minute bleibt das auch so.
Der Schuss des starken Valentin Stocker wird im letzten Moment geblockt. Lacroix hat schneller geschalten als der FCB-Kapitän.
Der klatschnasse Ciriaco Sforza sieht eine gute erste Halbzeit seiner Mannschaft, muss in der zweiten aber wieder zittern.
Pajtim Kasami mit der entschuldigenden Geste in Richtung seines Ex-Vereins Sion. Wie schon im Hinspiel.
Pajtim Kasami fliegt auf Hüfthöhe in den Eckball und erhöht für den FCB auf 2:0. Der Ex-Sion-Spieler avanciert zum Sion-Schreck.
Der FCB in weissen Trikots bejubelt den ersten Treffer durch Timm Klose. Der kam zu dem Zeitpunkt aus dem Nichts.
Timm Klose steigt im Strafraum am höchsten und bringt den Ball im Tor unter. 1:0 für den FCB!
Die erste Chance gehört dem FC Sion. Yamato Wakatsuki luxte Luca Zuffi kurz zuvor den Ball ab.
Pajtim Kasami gegen den nassen Rasen und zwei Gegenspieler. Er war heute der Beste bei den Baslern.

Pajtim Kasami klatscht mit seinen alten Kollegen ab, nachdem er wieder mal eine Mitschuld an deren Niederlage trägt.

Laurent Gillieron / KEYSTONE

Die Momentaufnahme ist gut. Der Sprung auf Platz zwei ist geglückt, der Rückstand auf YB um drei Punkte geschmolzen. Der FC Basel hat Grund zur Freude am spätem Abend in Sion. Auch und vor allem über den ersten Basler Sieg im neuen Jahr.

Aber die Momentaufnahme, sie trügt eben auch. Weil sie ein verzerrtes Bild zeigt. Der FCB hat ein Spiel mehr als Leader YB – und ebenfalls eines mehr als Verfolger Lugano. Deren Partien waren ausgefallen. Und auch wenn die Tabelle gleich viele Spiele bei allen Teams anzeigen würde, würde dieser 3:2-Sieg über den FC Sion von gestern Abend zwar eine kleine Freude auslösen, nicht aber über die Probleme des FCB hinweg täuschen. Zuerst aber zum Spiel.

Die Hälfte aller Torschüsse sind drin

Der FCB, von Trainer Ciriaco Sforza auf drei Positionen umgestellt, beginnt schwach. Erinnerungen an die Pleite gegen den FC Zürich werden wach. Doch nach 15 verschlafenen Minuten köpfelt erst Timm Klose die erste Basler Chance ins Tor. Und legt Pajtim Kasami ebenfalls per Kopf nach und erzielt mit der dritten Chance der Gäste das zweite Basler Tor. Mit brutaler Effizienz zum ersten Erfolg des Jahres. Am Ende münzt der FCB die Hälfte seiner Torschüsse in Treffer um. Der FCB präsentiert sich danach wacher, williger, leidenschaftlicher. Nicht aber so, dass er unantastbar wäre.

Pajtim Kasami trifft an seiner alten Wirkungsstätte zum 2:0.

Pajtim Kasami trifft an seiner alten Wirkungsstätte zum 2:0.

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Führungsspielern wie Captain Valentin Stocker ist aber anzumerken, dass er um jeden Preis eine Reaktion zeigen will. Und es liegt an eben solchen Führungsspielern, dass der FCB dieses Spiel gewinnt. Eine generelle Rundum-Verbesserung des Spiels der Basler aber ist nicht wirklich zu erkennen. Auch nicht bei einem Sieg. Fabian Frei sagt nach dem Spiel dazu:

«Es war nicht perfekt heute, aber sicher besser und eine gute Reaktion.»

Dennoch: Ciriaco Sforza hat es trotz erstmaliger Vorbereitung noch nicht geschafft, die Mannschaft erkennbar zu entwickeln. Der Trainer, dessen Bilanz die schlechteste in den vergangenen 21 Jahren bei den Baslern ist, muss noch immer zeigen, ob er diese Mannschaft zu einem ernsthaften Kandidaten im Meisterrennen formen kann. Dazu fehlt noch Einiges. Im letzten Drittel geht dem FCB die Kreativität ab.

Ein kleiner Schritt eines langen Weges

Das hat er gegen Sion deutlich gezeigt. Er ist noch nicht konstant genug, kann noch nicht über 90 Minuten die volle Konzentration und Spritzigkeit zeigen. Die Gegentreffer in der 77. und der 82. Minute: Exemplarisch dafür. Die Basler sind zu passiv, scheinen zu diesem Zeitpunkt des Spiels nicht mehr alle Energien freisetzen zu können, um die Gegentore mit allen Mitteln zu verhindern. Valentin Stocker kritisiert:

«Das müssen wir abstellen, dass wir so einfache Tore bekommen. Das waren Fehlerketten. Da müssen wir schauen, dass wir solche Dinge ausbügeln können.»

Bis zu den Gegentoren aber hinterlassen die Basler puncto Fitness einen besseren Eindruck als noch gegen den FCZ, als man nach 60 Minuten komplett einbrach, den Faden verlor und nicht mehr reagieren konnte. Der FCB offenbart aber auch, dass die Stabilität hinten noch fehlt. Gegen einen offensiv gefährlicheren Gegner hätte dies teurer bezahlt werden können.
Nichtsdestotrotz ist der Vollerfolg gegen Sion ein erster Schritt. Ein kleiner, erster Schritt, wie Stocker präzisiert:

«Wir sind aber noch nicht, wo wir sein wollen. Wir haben viel mehr Qualität, als das Punktekonto zeigt.»

Dieser erste Schritt, er ist wichtig. Es ist aber auch nur einer, der sich lohnt, wenn gegen den FC Lugano am kommenden Sonntag nicht ein neuerlicher Rückschritt folgt. Die Tessiner sind erster Verfolger der Basler. Verlieren ist auch dann wieder verboten.

Das Telegramm:

Sion - Basel 2:3 (0:2)
Tourbillon. – Keine Zuschauer. – SR: Alain Bieri. – Tore: 15. Klose (Stocker) 0:1, 25. Kasami (Zhegrova) 0:2. 77. Karlen (Lovisa) 1:2. 79. van Wolfswinkel (von Moos) 1:3. 83. Karlen (Khasa) 2:3.
Sion: Fayulu; Bamert, Lacroix (62. Lovisa), Ruiz; Tosetti (46. Khasa) Grgic, Zock (78. Hoarau), Theler; Doldur (46. Clemenza), Wakatsuki (46. Serey Die); Karlen.
Basel: Lindner; Padula, Cömert, Klose, Petretta; Frei, Zuffi (80. Marchand); Zhegrova (76. von Moos), Kasami, Stocker; van Wolfswinkel.
Bemerkungen: FCB ohne Jorge und Xhaka (verletzt), Widmer (krank), Abrashi (nicht spielberechtigt), Campo, Kalulu, Sene und Bunjaku (alle kein Aufgebot). Sion ohne Kabashi, Andersson, Araz, Ndoye, Martic, Iapichino (alle verletzt) und Abdellaoui (gesperrt). – Verwarnungen: 43. Lacroix, 73. Serey Die, 92. Bamert (alle Foul).

Die Highlights im Video: