Ski-WM St. Moritz
Team-Interview: Eine Frage für jedes Mitglied des Schweizer Speedteams

Warum hat Carlo Janka seine WM-Medaillen nicht dabei? Wieso wäre es gut, wenn Joana Hählens Zwillingsschwester Gitarre spielen könnte? Und ist Beat Feuz der neue Simon Ammann?

Martin Probst und René Weber
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Die Schweizer Skirennfahrer sind bereit für die Heim-WM.

Die Schweizer Skirennfahrer sind bereit für die Heim-WM.

KEYSTONE/OLIVIER MAIRE
Müssen Sie an der WM die Ehre der Schweiz retten? Lara Gut: «Ich habe nichts zu verlieren, zu verteidigen oder zu retten. Ich könnte nach meinem Ausfall vor einer Woche in Cortina im Spital liegen. Stattdessen bin ich hier und bereit, zu spielen.»
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Sie sind im Training bei einem Sprung 84 Meter weit geflogen. Sie sind der neue Simon Ammann? Beat Feuz: «Ich bin ja schon Träger des inoffiziellen Schanzenrekords an den Olympischen Spielen 2014 (lacht). Aber nein, ich habe überhaupt keine Ambitionen fürs Skispringen. Solch weite Sprünge sind für uns Skifahrer nicht gesund. Meine Trainer haben ziemlich geflucht.»
Sie haben schon WM- und Olympiamedaillen gewonnen. Sind diese als Inspiration in St. Moritz dabei? Carlo Janka: «Nein. Die hängen alle im Restaurant meiner Mutter. Und obwohl es lange her ist, seit ich sie gewonnen habe, weiss ich schon noch wie sie aussehen (lacht). Ich muss sie also nicht mitnehmen, um zu wissen, dass ich nochmals eine solche gewinnen will.»
Im März 2016 konnten Sie in St. Moritz die Kristallkugel für den Disziplinen-Sieg in der Kombination entgegennehmen. Wo steht die Kugel heute? Wendy Holdener: «Da ich noch zu Hause wohne, entscheiden das meine Eltern. Da darf ich nicht mitreden (lacht). Aber die sie hat einen schönen Platz.»
Sind Sie abergläubisch und haben ein Ritual vor dem Rennen? Denise Feierabend: «Ich mache nichts Spezielles. Vor dem Start gehe ich einfach in mich und bin fokussiert.»
Verfolgen Sie als grosser Fussball-Fan die Schweizer Meisterschaft noch? Fabienne Suter: «Ich schaue maximal noch die Zusammenfassungen. Es ist mir ehrlich gesagt, zu langweilig geworden. Viel lieber schaue ich da Spiele der Schweizer, die im Ausland spielen.»
2015 waren Sie Weltmeister in der Abfahrt. Tragen Sie 2017 an der WM die gleichen Unterhosen als Glücksbringer? Patrick Küng: «Die habe ich nicht einmal mehr (lacht). Zwar habe unter dem engen Renndress Unterhosen an. Aber welche, spielt keine Rolle.»
Ihre Schwester Dominique hat nach dem Olympiasieg 2014 die Grosseltern angerufen. Wen würden Sie im Fall einer Medaille als erstes anrufen? Michelle Gisin: «Weil wir in St. Moritz sind, müsste ich niemanden anrufen. Meine Familie und Freunde werden alle hier sein.»
Sie haben Landmaschinen-Mechaniker gelernt. Könnten Sie einen Pisten-Bully reparieren? Nils Mani: «Nein. Alleine nicht. Aber ob sie es glauben oder nicht: Mein Vater ist Pisten-Bully-Mechaniker. Mit ihm könnte ich es.»
Sie haben eine Zwillingsschwester. Haben Sie schon mal geschwänzt und sie geschickt? Joana Hählen: «Ja. Im Gitarrenunterricht. Leider sind wir aufgeflogen, weil meine Schwester gar nicht Gitarre spielen kann (lacht).»
Bei Ihrem Sieg in der Kombination in Wengen haben Sie stolz den Kanton Zürich geehrt und wurden vom Berner Publikum ausgepfiffen. Würden Sie bei einer WM-Medaille wiederum Werbung für ihren Heimatkanton machen? Niels Hintermann: «Absolut. Wahrscheinlich würde ich sogar die Zürich-Fahne mit auf das Podest nehmen.»
Sie sagen, eine Schwäche von Ihnen sei, dass Sie träumerisch sind. Haben Sie Angst, sich in den Träumen zu verlieren? Jasmine Flury: «Eigentlich nicht. Ich bin eigentlich eine realistische Träumerin.»
Würden Sie auf eine Medaille verzichten, wenn dafür Ihr Bruder Gino eine gewinnt? Mauro Caviezel: «Ich hoffe, wir stehen beide auf dem Podest. Dann muss ich nicht antworten und den Familienfrieden gefährden (lacht).»
In der Kombination mussten Sie erst eine Abfahrt bestreiten. Macht das einem Slalom-Fahrer Angst? Luca Aerni: «Ich hoffe auf Neuschnee, dann ist es nicht so schnell (lacht).»
Sie sind ein grosser Pferde-Fan. In St. Moritz finden im Winter Pferderennen statt. Waren Sie schon mal dort? Corinne Suter: «Nein. Aber einmal, als wir hier trainierten, war ein Wettkampf im Springreiten. Unglaublich, was die können.»
Wie fühlt es sich an, als einziger Romand unter alles Deutschschweizern im Speed-Team? Justin Murisier: «Ach, das ist nicht neu. Ich musste schon früh Deutsch lernen. Aber heute verstehe ich alle.»

Müssen Sie an der WM die Ehre der Schweiz retten? Lara Gut: «Ich habe nichts zu verlieren, zu verteidigen oder zu retten. Ich könnte nach meinem Ausfall vor einer Woche in Cortina im Spital liegen. Stattdessen bin ich hier und bereit, zu spielen.»

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