Den hochstehenden Final gegen die 31-jährige Deutsche Angelique Kerber, die in den Halbfinals die Siegesserie von Belinda Bencic gestoppt hatte, gewann Bianca Andreescu in 2:18 Stunden mit 6:4, 3:6, 6:4. Im Entscheidungssatz geriet Andreescu mit einem Break 2:3 in Rückstand. Anschliessend folgte eine vehemente Reaktion mit zwei Breaks in Folge (zum 3:3 und 5:3). Die ersten drei Matchbälle bei eigenem Aufschlag konnte Andreescu noch nicht nützen, stattdessen beendete sie die Partie wenig später mit einem weiteren Aufschlag-Durchbruch.

Nur Martina Hingis, Serena Williams und Monica Seles triumphierten im "Tennisparadies Indian Wells" noch jünger als Andreescu. Die Kanadierin mit rumänischen Wurzeln hatte es mittels einer Wildcard ins Turnier geschafft. Sie bestritt erstmals ein Turnier dieser Grössenordnung. In der Startrunde stand sie gegen die Rumänin Irina-Camelia Begu am Rand einer Niederlage (1:3-Rückstand im dritten Satz). Anderthalb Wochen später gewann sie das Turnier, was sie in der Weltrangliste auf Platz 24 nach vorne spülen wird.

Andreescus Sturmlauf Richtung Spitze begann indessen nicht erst in Indian Wells - und die Kanadierin wird nicht als Zufallssiegerin in die Geschichte eingehen. Ganz im Gegenteil: Sie wird in Zukunft mit ihrer kraftvollen Spielweise vorne mitreden.

Andreescu begann das Jahr als Nummer 178 der Welt. Letzten Herbst gehörte sie noch nicht zu den Top 300. Seit dem Jahreswechsel feierte sie auf allen möglichen Turnierstufen (Futures, Challengers, Qualifikationen, WTA-Turniere) 28 Siege - mit Abstand die meisten aller Spielerinnen. Sie besiegte dabei zehn Top-50-Spielerinnen und drei Top-Ten-Stars. Vor dieser Saison hatte Andreescu erst eine Top-50-Spielerin geschlagen.