Kommentar

Ein geglückter Basler Hosenlupf

Turnierdirektor Roger Brennwald.

Turnierdirektor Roger Brennwald.

Noch bevor der Final der 48. Swiss Indoors gespielt war, sprach Präsident Roger Brennwald vom «besten Turnier der Geschichte».

Vielleicht waren es etwas gar grosse Worte, die er wählte. Denn mit Rafael Nadal, Stan Wawrinka, Kei Nishikori und Nick Kyrgios fehlten vier Spieler, mit denen er vor drei Monaten noch gerechnet hatte. Sie alle fehlten wegen Verletzungen.

Trotzdem war das Feld erneut hochklassig. Einmal mehr lebte das Turnier von Roger Federer. Für einen emotionalen Höhepunkt sorgte Marco Chiudinelli, auch er ein Sohn der Stadt, der seine Karriere beendete. Und erstmals erreichten die vier Topgesetzten die Halbfinals.

Konkurrenzdruck aus Wien

Gross bleibt der Konkurrenzdruck aus Wien, das im kommenden Jahr Murray, Djokovic und Nadal präsentieren will. Auf Nadal angesprochen, versteckte sich Brennwald hinter Phrasen. Der Spanier hat ihn mit Absagen zu oft enttäuscht. Doch einen Nadal braucht es in Basel nicht, solange Federer hier spielt.

Für einmal viel wichtiger als die Spieler war in dieser Woche ein Besucher aus der Londoner Machtzentrale der ATP: Chairman Chris Kermode. Er und seine Kollegen entscheiden in den kommenden Wochen darüber, wie die Tenniswelt in Zukunft aussehen wird – und richten damit auch über die Zukunft des Basler Turniers.

Organisatorisches Meisterwerk

Weil der Final der acht Jahresbesten noch bis 2020 in London stattfindet, dürften die Swiss Indoors von Umwälzungen verschont bleiben. Ohnehin wird Brennwald ein letztes Mal der Umbau der St. Jakobs-Halle beschäftigen. Schon in diesem Jahr sprach er von einem «Hosenlupf», den es zu bewältigen gelte. Für 2019 rechnet er mit Investitionen im siebenstelligen Bereich.

Gemessen an der Vielzahl der Herausforderungen, mit denen sich die Swiss Indoors in diesem Jahr konfrontiert sahen, darf man das Turnier als organisatorisches Meisterwerk betrachten.

Meistgesehen

Artboard 1