Der letzte Punkt des Turniers brachte ein Novum und entschied am Ende über Sieg und Niederlage. In dem seit 2017 im Fast-Four-Format ausgetragenen Mixed-Doppel bot sich beim Stand von 4:4 im Mini-Tiebreak des dritten Satzes und Aufschlag Federer beiden Teams Matchball, den das Schweizer Duo nach einem spektakulären Ballwechsel zu seinen Gunsten nutzte. Während Federer/Bencic sich jubelnd in die Arme fielen, hatten die beiden Deutschen erneut das Nachsehen.

Es war das spektakuläre Ende einer Woche an der australischen Westküste, in der neben dem Tennis auch der Spass und die Unterhaltung nicht zu kurz kamen. Dies zeigte sich beim ersten gemeinsamen Auftritt von Federer und Serena Williams an Neujahr, in diversen Mixed-Doppeln und auch an der abschliessenden Siegerehrung in der ausverkauften Perth Arena in der Innenstadt der Metropole am Swan River, bei der die Protagonisten mit ihren Worten für viel Gelächter sorgten.

Bencic genoss ihren letzten Auftritt sichtlich. Am Ende ihrer Rede bedankte sie sich bei ihrem Partner für die tolle gemeinsame Zeit, «auch wenn du auf dem Platz immer so viel sprichst». Auch Federer fühlte sich sehr wohl an der Seite seiner 16 Jahre jüngeren Partnerin. «Nicht nur wegen dem Tennis», so Federer. «Ich würde nicht mit jemandem spielen wollen, mit dem es keinen Spass macht.»

Zu einem allfälligen gemeinsamen Auftritt an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio sagte der 37-Jährige. «Ich weiss ja nicht, ob ich dann noch spiele. Aber wenn ja, ist dies sicher ein Thema.»

Federer starkes Signal

Die Basis zum dritten Turniersieg – erstmals hatte Federer 2001 an der Seite von Martina Hingis triumphiert - legte der Baselbieter mit einer starken Leistung beim 6:4, 6:2 gegen Zverev (ATP 4). Nach seinen lockeren Siegen gegen Cameron Norrie und Frances Tiafoe sowie dem ersten Test gegen Stefanos Tsitsipas, der ihn zweimal ins Tiebreak zwang, deutete Federer gegen den Sieger der ATP-Finals an, dass er sich einmal mehr zu Beginn des Jahres in einer formidablen Form befindet und für das in einer Woche beginnende Australian Open in Melbourne bereit ist.

Von Beginn an spielte Federer sehr aggressiv und suchte immer wieder die Offensive, womit er seinem Gegner nicht erlaubte, von der Grundlinie den Rhythmus zu finden. Die Taktik ging auf, gegen Ende des ersten Satzes geriet Zverev auch als Aufschläger unter Druck und kassierte in den letzten fünf Servicegames drei Breaks. Bei eigenem Aufschlag blieb Federer unangetastet; er hatte keinen einzigen Breakball abzuwehren. «Ich bin froh über die hohe Qualität meines Spiels», sagte Federer. «Ein Sieg gegen einen solchen Gegner tut gut.»

Bencic bewies im Duell mit Kerber trotz der 4:6, 6:7 (6:8)-Niederlage Kampfgeist. Zweimal servierte die Deutsche im zweiten Satz zum Matchgewinn, zweimal kämpfte sich Bencic zurück. Auch im Tiebreak vermochte sie die ersten beiden Matchbälle abzuwehren, ehe sie doch noch den Kürzeren zog. Trotz der drei Einzel-Niederlagen in dieser Woche zeigte die 21-Jährige aus Wollerau gute Ansätze und deutete an, dass mit ihr zu rechnen ist.