Am Ende schmeichelte das Resultat Stan Wawrinka sogar. Roger Federer dominierte die Partie deutlicher, als es das Schlussresultat aussagte. Federer hätte im ersten Satz schon früher als zum 4:2 Wawrinka erstmals den Aufschlag abnehmen können. Der überlegene Federer erspielte sich während des gesamten Spiels sechs Breakmöglichkeiten, obwohl Wawrinka durchaus gut aufschlug (8 Asse). Auf der anderen Seite erspielte sich der Waadtländer keine einzige Breakmöglichkeit.

In die Nähe eines Breaks kam Wawrinka einzig beim Stand von 3:6, 2:4, als er gegen den aufschlagenden Federer mit 30:15 führte. Weitere Chancen boten sich Wawrinka während der 59 einseitigen Minuten nicht.

Einseitige Duelle zwischen Federer und Wawrinka sind nichts Neues. In den Direktbegegnungen führt Federer gegen "Stan the Man" nun mit 22:3. Bei 15 dieser 22 Siege Federers schaffte Wawrinka keinen Satzgewinn.

Womöglich machten sich bei Wawrinka Nachwirkungen des Zweitrundenspiels gegen Marton Fucsovics bemerkbar, das der Schweizer erst nach dreieinhalb Stunden gewonnen hatte. Wawrinka stand vor dem Showdown gegen Federer schon sechs Stunden lang auf dem Court, derweil sich Federer in nur einem Einsatz gegen den Deutschen Peter Gojowczyk nicht übermässig anstrengen musste (6:1, 7:5).

Federer hatte es auch gegen Wawrinka eilig - mit gutem Grund. Die Night-Session-Partie gegen Wawrinka begann später als geplant, weil Novak Djokovic noch ein Einzel nachholen musste, welches am Vorabend wegen Regens ausfiel. Und schon am Mittwochnachmittag Ortszeit geht es für den 37-jährigen Basler in der Oase mitten in der Llano-Estacado-Wüste weiter. Federer trifft erstmals auf den Briten Kyle Edmund (ATP 22).

Djokovics Niederlage

Roger Federers Aussicht auf einen sechsten Triumph in Indian Wells verbesserten sich nicht nur wegen der beeindruckenden Vorstellung gegen Wawrinka. Mit Novak Djokovic blieb die Nummer 1 der Welt überraschend mit 4:6, 4:6 am 35-jährigen Deutschen Philipp Kohlschreiber hängen. Djokovic war zuletzt wieder der Überflieger auf der Männer-Tour. Seit Djokovic im letzten Juni wieder seine Topform fand, gewann er die Grand-Slam-Turniere in Wimbledon und Flushing Meadows, das Masters in London und erreichte an drei von vier Masters-1000-Turnieren mindestens den Final (Turniersiege in Cincinnati und Schanghai).