Zwei Faktoren machten Federer das Leben am Freitagnachmittag schwer. Beide thematisierte der Basler ausführlich - Nadal und der Wind. Der Wind pfiff über den Court und wirbelte immer wieder mal den Sand auf. Es sei schwierig gewesen, sich an die Bedingungen anzupassen. "Es war einfach verrückt. Es soll keine Entschuldigung sein, aber es war verrückt. Man kommt an den Punkt, da ist man bloss froh, wenn man den Ball übers Netz bringt, ohne lächerlich auszusehen." Der Wind habe wohl seinen Aufschlag etwas entschärft. Eine These, die die lediglich drei Asse im gesamten Match, stützen.

Es sei aber für beide windig gewesen, unterstrich Federer: "Deshalb akzeptiere ich das auch." Unter Umständen hätten die Wetterverhältnisse für ihn sogar ein Vorteil sein können. Zumindest tönte er das an: "Mit dem Wind war alles möglich." Auf die Frage, ob denn im nächsten Jahr, wenn das schliessbare Dach zur Verfügung steht, bei solchen Verhältnissen indoor gespielt werden soll, meinte er: "Nein, wenn man kann, muss das Dach offen bleiben."

Federer, der nach Niederlagen auch mal etwas weniger gesprächig sein kann, war diesmal bemerkenswert entspannt. "Ich bin 37 Jahre alt. Ich kann mit solchen Situationen umgehen. Ich werde heute Abend nicht weinen." Selbst zum Scherzen war er aufgelegt, meinte, die Organisatoren müssten aufpassen, dass das neue Dach nicht gleich wieder davonfliege. Und sagte: "Es sei wie im Sandkasten gewesen. Rafa und ich werden uns die Augen waschen müssen, um zu sehen, was wir essen."

Ernsthafter fuhr Federer dann fort:" Es ist nie lustig, in drei Sätzen zu verlieren. Ich hätte einen der beiden ersten zwei Sätze gewinnen können. Ich bedaure vor allem, dass ich im zweiten Satz den Aufschlag bei 2:0 mit dem Wind im Rücken abgegeben habe. Vielleicht hätte es etwas geändert, wenn ich 3:0 geführt hätte. Aber Rafa war besser als ich, da gibt es keinen Zweifel."

Es sei fantastisch, wie Nadal auf Sand spiele: "Er hat alle Optionen, sowohl im Angriff als auch in der Defensive." Es sei beeindruckend, wie gut er von weit hinter der Grundlinie retournieren könne und sich dann wieder vorarbeite. Oder wie gut er den Platz abdecke. "Die Ballwechsel entwickeln sich ganz anders als gegen andere Spieler. Die Bälle kommen zurück, wie ich es die ganze Saison sonst nie sehe. Man muss sich Schlag für Schlag anpassen."

Bald kehrt Federer auf sein Terrain zurück. Nach einer kurzen Pause plant er, Ende nächster Woche nach Halle zu reisen, wo er seinen zehnten Titel anstrebt. Und in weniger als einem Monat findet in Wimbledon schon das nächste Grand-Slam-Turnier statt. Dort stehen die Chancen von Federer nicht nur gegen Nadal wieder deutlich besser.