Federer liegt weiterhin auf Kurs Richtung 101. Titel auf der ATP-Tour. Nachdem der 37-Jährige im Achtelfinal dem jungen Russen Daniil Medwedew keine Chance gelassen hatte, überzeugte er auch gegen den Routinier Anderson. Das hohe Tempo, das Federer von Beginn weg anschlug, überforderte sein Gegenüber lange Zeit komplett. Der dreifache Miami-Sieger leistete sich im ersten Satz kaum einen Fehler und brillierte gleich mit mehreren Zauberschlägen.

Erst nach 45 Minuten konnte Anderson sein erstes Game gewinnen. Nach dem 1:2 im zweiten Satz wurde die Partie noch unerwartet spannend, was in etwa zu gleichen Proportionen an der Steigerung des Wahlamerikaners und der Baisse von Federer lag. Erinnerungen an den Viertelfinal in Wimbledon im letzten Jahr, als der Schweizer nach Matchball noch gegen Anderson verlor, wurden wach. Doch Federer setzte der Spannung rasch wieder ein Ende: Mit seinem sechsten Breakball im fast eine Viertelstunde langen Game sicherte er sich das vorentscheidende 5:4.

Anderson, der wegen einer Ellenbogen-Verletzung nach dem Australian Open zwei Monate hatte pausieren müssen, zeichnete sich durch seinen Kampfgeist aus. Sein spielerischer Höhenflug im zweiten Satz dauerte aber zu wenig lange an, um Federer ernsthaft zu fordern. Der nur wenige Kilometer von Miami entfernt wohnende Weltranglisten-Siebte leistete sich nicht nur im ersten Umgang zu viele Fehler. Aber selbst in bester Verfassung wäre für Anderson an diesem Abend wohl nichts zu holen gewesen. Federer war exzellent aufgelegt und bis auf die kurze Phase vom 3:1 zum 3:4 im zweiten Satz souverän. Bemerkenswert war nicht zuletzt, wie stark er aus der Defensive heraus agierte.

Weiter geht es für Federer bereits am Freitagabend um Mitternacht Schweizer Zeit mit einem Generationenduell gegen Denis Shapovalov (ATP 23). Der 19-jährige kanadische Linkshänder setzte sich gegen den Amerikaner Frances Tiafoe (ATP 34) in drei Sätzen durch und erreichte damit schon zum dritten Mal nach Montreal 2017 und Madrid 2018 den Halbfinal eines Masters-1000-Turniers. Am Montag wird er erstmals in den Top 20 der Weltrangliste vertreten sein.