Nach zwei eher mühsamen Viersatz-Erfolgen zum Auftakt gelang Federer damit die zweite Machtdemonstration am diesjährigen Turnier. In der 3. Runde hatte er am Freitag den Engländer Dan Evans in 80 Minuten in die Schranken gewiesen, gegen Goffin brauchte er nun noch eine Minute - und ein Game - weniger.

Im Achtelfinal trifft Federer am Dienstag auf den Bulgaren Grigor Dimitrov (ATP 78) oder den Australier Alex de Minaur (ATP 38). Dimitrov gehört zu einem seiner Lieblingsgegner, bei sieben Siegen in sieben Partien verlor er nur zwei Sätze. Gegen den erst 20-jährigen De Minaur hat er noch nie gespielt.

Goffin, der im zehnten Duell mit Federer zum neunten Mal verlor, war nur ganz zu Beginn auf Augenhöhe. Ausgerechnet, nachdem er ein Break 2:1 geschafft hatte, ging es für den Belgier aber nur noch bergab. Er verlor zwischenzeitlich 16 Punkte in Folge und wirkte überfordert. Vor allem fehlte ihm seine übliche läuferische Stärke, er brachte viel weniger Bälle zurück als gewohnt und machte einen angeschlagenen oder müden Eindruck. "Er hatte heute sicher nicht seinen besten Tag", zeigte der 38-jährige Basler Mitgefühl mit seinem Kontrahenten.

Mit seiner eigenen Leistung konnte Federer aber auf der ganzen Linie zufrieden, auch wenn er zweimal seinen Aufschlag verlor. Er gewann vom 1:2 im ersten bis zum 1:0 im zweiten Satz sechs Games in Serie und vom 3:2 im zweiten Durchgang bis zum Ende nochmals neun Games. beim zweiten Matchball beendete er die einseitige Angelegenheit mit einem Rückhand-Passierball. "Es war eine grossartige Leistung", kam er im Platzinterview nicht umhin, sich selber zu loben. "Und ein wirklich gutes Gefühl."

Federer liess sich damit nicht wie im letzten Jahr im Achtelfinal (gegen John Millman) von einem Aussenseiter überraschen, sondern steigt frisch und mit viel Selbstvertrauen in die Schlussphase des Turniers, das er fünfmal gewonnen hat, aber seit 2008 nicht mehr. Er steht zum 13. Mal im Viertelfinal des US Open. Ein Rekord ist das nicht. Jimmy Connors gelang dies sogar 17 Mal. Bei weitem ein Rekord sind hingegen die nun 56 Grand-Slam-Viertelfinals in Federers Karriere.