ATP-Turnier Doha

Federer tut es schon wieder und trifft nun auf Marco Chiudinelli

Auftaktsieg in Doha für Roger Federer

Auftaktsieg in Doha für Roger Federer

In Doha kommt es zum Achtelfinal-Duell der beiden Baselbieter Freunde. Roger Federer trifft nach dem 7:6 (7:3), 6:3 gegen Thomas Schoorel auf Marco Chiudinelli. Dabei holte er wieder einmal einen Zauberschlag hervor.

Die berühmten Söhne des TC Old Boys Basel duellieren sich am Mittwoch um ca. 15 Uhr erstmals im Ausland. In Doha, rund 4500 Kilometer von der Heimat entfernt, treffen die Jugendfreunde Roger Federer (7:6, 6:3 gegen Thomas Schoorel) und Marco Chiudinelli (3:6, 7:6, 6:3 gegen Reda El Amrani) aufeinander.

Bei seinem offiziellen Saisonstart zeigte Federer kurz vor Schluss wieder einmal einen Schlag, der auf der Internet-Plattform «youtube» in den nächsten Wochen zahllose Male angeklickt werden dürfte. Er bewegte sich seitwärts, um eine druckvolle Vorhand Schoorels zu kontern, als der Ball von der Netzkante etwas verlangsamt und mit einer leicht anderen Richtung versehen wurde.

Roger Federer tut es schon wieder: Zauberschlag gegen Thomas Schoorel

Roger Federer tut es schon wieder: Zauberschlag gegen Thomas Schoorel

Federer passte sich brillant an und schlug etwa vier Meter hinter der Grundlinie zwischen den Beinen hindurch einen unerreichbaren Winner an Schoorel vorbei. «Das ist sicher einer der schönsten Schläge meiner Karriere, an den ich mich lange erinnern werde», so Federer, dessen Gegner anschliessend bis Matchende ein Lachen auf den Lippen hatte.

Drei Satzbälle abgewehrt

Dieses Lachen hatte er auch schon früh im Match, nach knapp einer halben Stunde hatte Federers Arbeitstag komplizierter zu werden gedroht als erwartet. Qualifier Schoorel (ATP 168) trat in seinem erst zweiten Spiel in Hauptfeldern der ATP-Tour völlig unbeeindruckt auf und hatte plötzlich bei 5:4, 40:0 (Aufschlag Federer) drei Satzbälle, welche der zweifache Doha-Titelträger aber abwehren konnte.

Von da an bekam Federer die Partie gegen den mutigen Linkshänder, der wirklich gar nichts zu verlieren hatte, besser in den Griff. Von der Grundlinie aus stimmte das Timing noch nicht ganz wie gewünscht, mit 13 Assen überzeugte er aber beim Aufschlag. «Das war ein sehr schwieriger Start in die Saison. Es war mir klar, dass er gut aufschlagen würde, aber er hat dann auch von der Grundlinie aus viel Druck gemacht und sehr genau gespielt und es mir schwer gemacht, in den Match zu finden.»

Chiudinelli (ATP 117) hätte das mögliche Rendezvous mit seinem Freund aber um ein Haar verpasst. Gegen den um 100 Positionen schlechter klassierten El Amrani, der befreit aufspielte, konnte er in den ersten zwei Sätzen neun Breakchancen nicht nutzen und fand sich plötzlich zwei Punkte von der Niederlage entfernt.

Nach deutlich über zwei Stunden setzte er sich dann doch noch durch. Und war anschliessend erleichtert: «Es war ein seltsamer Spielverlauf. Ich hatte im ersten Satz das Gefühl, ich sei der bessere Spieler, konnte es aber nicht umsetzen. Ich bin aber froh, dass ich endlich wieder einmal drei Partien in Serie gewinnen konnte.»

Am Mittwoch kommt es nun zum zweiten Tourvergleich der Jugendfreunde. 2009 hatte Federer im Halbfinal von Basel knapp mit 7:6, 6:3 triumphiert. Er freut sich sehr auf das Duell: «Wenn wir jetzt gegeneinander spielen, ist dies immer im Hauptfeld eines grösseren Turniers. Mich freut es für Marco natürlich sehr, wenn es ihm gut läuft.»

War Schoorel der grosse Unbekannte, ist Chiudinelli wie ein offenes Buch, Geheimnisse gibt es zwischen den beiden definitiv nicht. Sie kennen sich seit frühester Kindheit und haben neben ihrer gesunden Fussball-Rivalität -- Federer als Mittelstürmer bei «Congeli», Chiudinelli als Libero beim FC Basel -- auch unzählige gemeinsame Erinnerungen auf dem Tennisplatz. «Wir haben sicher mehrere hundert Stunden zusammen trainiert» (Federer). Sie spielten auch mehrmals bei Turnieren gegeneinander, wie sich Federer erinnert: «Zum Beispiel beim Final der U14-Meisterschaften in Luzern oder beim Bambino-Bären-Cup. Da mussten wir uns während der Partie sogar gegenseitig trösten...»

Chiudinelli sieht der Partie ebenfalls erwartungsvoll entgegen: «Natürlich hätte ich lieber in einem späteren Stadium gegen Roger gespielt, aber ich kanns nicht ändern. Von ihm erwarte ich, dass er so gut spielt wie immer. Es wird an mir liegen, die Partie offen zu halten.»

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