Davis Cup

Gescheitert trotz Widerstand – die Schweiz unterliegt am Davis Cup einem topbesetzten Russland

Sorgten für den einzigen Höhepunkt im Duell gegen Russland: Jérôme Kym (l.) und Henri Laaksonen.

Das Team von Captain Severin Lüthi unterlag Russland in Biel mit 1:3 – für den einzigen Schweizer Punkt sorgte das Doppel mit dem 15-jährigen Jérôme Kym aus Möhlin.

Das erste Finalturnier im Davis Cup im kommenden November findet ohne die Schweiz statt. Die Schweiz scheiterte an der schwierigen Aufgabe gegen ein topbesetztes Russland. Selbst in Bestbesetzung mit Roger Federer und Stan Wawrinka hätte der Gegner mit seinen Topspielern Karen Chatschanow (ATP 11) und Daniil Medwedew (ATP 16) eine Herausforderung bedeutet.

Umso bemerkenswerter war der hartnäckige Widerstand der jungen Schweizer Equipe. Henri Laaksonen (ATP 142) forderte sowohl Medwedew am Freitag als auch Chatschanow am Samstag (7:6 (7:2), 6:7 (6:8), 4:6) über drei Sätze. Und er sicherte mit Kym im Doppel dazwischen den einzigen Schweizer Punkt.

Starker Laaksonen

«Wir haben unser Bestes gegeben», resümierte Severin Lüthi. «Die Spieler haben einen grossen Kampf geliefert, nie den Kopf hängen lassen. Am Ende haben wir verloren und sind natürlich enttäuscht. Aber bald werden die Spieler wahrscheinlich stolz sein auf das Geleistete.» Der Captain wird sein Team im September wieder zusammenziehen. Dann spielt die Schweiz um den Klassenerhalt gegen einen Gegner, der am Mittwoch zugelost wird.

Vieles spricht dafür, dass Laaksonen im nächsten September besser klassiert sein wird als derzeit. Die Nummer 142 der Welt präsentierte sich in Biel in beeindruckender Form. Er diktierte am Samstag gegen Chatschanow oft die Ballwechsel. Mit grosser Präzision hetzte er den fast zwei Meter grossen Moskauer immer wieder über den Platz und gab sich nie geschlagen, auch wenn er mal in die Defensive gedrängt wurde. Im ersten Satz meldete er sich dank einem Rebreak zum 5:5 zurück und gewann das Tiebreak souverän. Im zweiten Umgang wehrte er vier Satzbälle am Stück ab, ehe er sich doch geschlagen geben musste.

Kym mit beeindruckendem Debüt

In der Schlussphase begannen die Kräfte von Laaksonen zu schwinden. Doch auch mit reduzierten Energiereserven wehrte sich der gebürtige Finne unermüdlich gegen den Sieger des letzten Masters 1000 von Paris-Bercy. Im Entscheidungssatz musste er seinen Service erst beim 13. Breakball abgeben – zum 4:5 nach einem Game, das fast 20 Minuten lang dauerte. Nach 2:43 Stunden war die zweite knappe Einzel-Niederlage von Laaksonen, nach jener gegen Medwedew (6:7 (8:10), 7:6 (8:6), 2:6) Tatsache.

Laaksonen hatte vor seinem zweiten Einzel zusammen mit dem erst 15-jährigen Jérôme Kym aus Möhlin (AG) im Doppel die Schweiz im Spiel gehalten und auf 1:2 verkürzt. Das Duo setzte sich gegen Andrej Rublew/Jewgeni Donskoi mit 4:6, 6:3, 7:6 (7:1) durch. Kym, der zum jüngsten Schweizer Davis-Cup-Spieler der Geschichte avancierte, begeisterte die rund 1200 Zuschauer in der Swiss Tennis Arena. Der 1,95 m grosse Aargauer aus Möhlin zeigte sich unbeeindruckt von der Atmosphäre, servierte routiniert, zum Teil mit über 210 km/h, und zeigte auch ansonsten eine mehr als solide Leistung. Erst im dritten Satz gab Kym seinen Aufschlag zum ersten und einzigen Mal ab.

Etwas später behielt er die Nerven, um die Schweiz in das Tiebreak zu bringen. Dort brillierten Kym und Laaksonen, die sich vor rund sechs Wochen im Final der Schweizer Meisterschaften gegenübergestanden hatten (mit dem besseren Ende für Laaksonen). Mit 7:1 entschied das Duo das Tiebreak für sich. Es war ein denkwürdiges Debüt für Kym, der am 12. Februar seinen 16. Geburtstag feiern wird und als jüngster Schweizer Davis-Cup-Spieler Heinz Günthardt ablöste.

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