Bei der Auslosung im berühmten Alamo, wo 1836 eine kleine Schar Texaner einer gewaltigen Übermacht an Mexikanern letztlich vergeblich Widerstand leisteten, gab es keine Überraschungen. Beide Captains setzen auf ihre beiden klar bestklassierten Spielerinnen. Den Auftakt macht am Samstag (21.30 Uhr Schweizer Zeit) die Zürcherin Viktorija Golubic (WTA 80) gegen Madison Keys (WTA 14), die US-Open-Finalistin von 2017. Anschliessend bekommt es die Waadtländerin Timea Bacsinszky (WTA 111) mit der US-Open-Siegerin von 2017 und Weltnummer 8 Sloane Stephens zu tun.

Captain Heinz Günthardt betonte, dass die Schweiz natürlich der Underdog sei. "Aber wir sind ziemlich gut darin", sagte er. Das Ranking reflektiere die Resultate der letzten zwölf Monate. "Aber jeder Tag ist unterschiedlich. Und im Tennis entscheiden oft ein paar wenige Punkte."

Den Schweizerinnen nicht entgegen kommt, dass im voraussichtlich gut gefüllten, 6200 Zuschauer fassenden Freeman Coliseum in San Antonio auf einem Indoor-Hartplatz gespielt wird. Sowohl für Golubic als auch für Bacsinszky ist das nicht die bevorzugte Unterlage. Dennoch ist ihre Wahl in Abwesenheit von Belinda Bencic und Stefanie Vögele logisch. Die Alternativen wären die beiden Fed-Cup-Neulinge Conny Perrin (WTA 143) oder Ylena In-Albon (WTA 182) gewesen. Zudem haben Golubic und Bacsinszky, die bereits ihre 27. Begegnung im Teamwettbewerb absolviert, gerade im Fed Cup auch in der Halle und auf Hartplatz durchaus schon überzeugen können.

Schliesslich könnte es auch sein, dass der Ausgang der Partie, bei der es um den Aufstieg respektive Verbleib in der Weltgruppe I der besten acht Nationen geht, am Ende gar keine Rolle mehr spielt. Es spricht einiges dafür, dass der Weltverband ITF im Sommer eine Aufstockung der Weltgruppe auf 16 Teams beschliesst. Dann wäre auch der Verlierer des Duells in Texas dabei.