Wenn ein Spieler auf dem Court ein Medical Time-out beantragt, spielen die beiden ATP-Physiotherapeuten Stephane Vivier und Ben Herde in ihrem Behandlungsraum unter der Tribüne des Center Courts Schere, Stein, Papier. So entscheiden sie, wer auf den Platz muss. «Wir mögen es beide nicht besonders. Es ist schwer, dem angeschlagenen Spieler in nur drei Minuten zu helfen», sagt Vivier. «Immerhin sind in Basel die Wege kürzer als an anderen Orten.»

Grundsätzlich bleibt der Franzose, der von 2009 bis 2014 der persönliche Physio von Roger Federer war, lieber in seinem 10-Quadratmeter-Kämmerchen. Dort hat es neben zwei Massagebänken und einem Schreibtisch zwar kaum Platz, doch Vivier ist mit den Basler Bedingungen trotzdem sehr zufrieden. «An anderen Orten fehlt oft ein Tisch, es gibt kein Eis oder das Internet geht nicht. Hier ist alles super organisiert. Das Tageslicht fehlt mir nicht.»

Vivier und Herde kneten auf ihren Massagebänken täglich jeweils 15 Spieler. Die übrigen kommen bei zwei lokalen Physios unter, welche das Turnier stellt. 1½ Stunden vor dem ersten Spiel beginnt der Arbeitstag, Feierabend ist erst, wenn das letzte Spiel vorbei ist. 22 Wochen reist Vivier pro Jahr mit dem Tenniszirkus mit. Seinen Sohn sieht der Franzose in dieser Zeit nicht. Der bleibt in der Heimat Aix. «Weil ich nur 22 Wochen arbeite, bleibt trotzdem genug Zeit für ihn.»