Roger Federer

Nur noch drei weisse Flecken an der Trophäenwand Federers

Roger Federers freut sich nach seinem Match gegen Gasquet über den Sieg der Schweiz.

Roger Federers freut sich nach seinem Match gegen Gasquet über den Sieg der Schweiz.

Roger Federer hat es wieder einmal allen gezeigt. In dieser Saison hat er, obwohl er nicht immer in Topform war, noch einmal zwei von der wenigen Siegen im Tennis geholt, die ihm noch fehlten.

Schon oft haben die selbst ernannten Tennisexperten Roger Federer abgeschrieben. Doch nun, im Herbst seiner Karriere, mit 33 Jahren, schlägt er wieder zu. Vor wenigen Wochen gewann er in Schanghai das Masters-1000-Turnier – zum ersten Mal in seiner Karriere. Und mit dem Triumph im Davis-Cup füllte er eine weitere Lücke in seinem Palmarès. Immer wieder hatten ihm Kritiker vorgeworfen, er müsse auch im Teamwettbewerb siegen, um als bester Tennisspieler der Geschichte zu gelten.

Inzwischen gibt es kaum noch Gründe, ihm diese Ehre zu verweigern, auch wenn Vergleiche zwischen Generationen immer schwierig sind. Aber er steht nun ganz sicher nicht hinter Rafael Nadal. Der hat zwar auch jedes Grand-Slam-Turnier mindestens einmal gewonnen, dafür fehlt ihm der Titel des «Einzel-Weltmeisters», der Sieg bei den World Tour Finals der acht besten Profis zum Saisonende. Dort glänzt Novak Djokovic, dafür jagt dieser bisher vergeblich einem Triumph beim French Open in Roland Garros hinterher.

Olympia und Sand fehlt noch

Drei grosse Titel fehlen noch in der Sammlung von Federer. Zunächst einmal die Goldmedaille im Einzel bei den Olympischen Spielen. Da er aber Doppelgold und Einzelsilber hat, kann er damit wohl gut leben. Rio 2016 hat er sich auf die Fahnen geschrieben, möchte dort noch einmal angreifen. Es wären seine fünften Olympischen Spiele. Gold hängt für ihn aber sehr hoch, es wird auf Sand gespielt.

Ebenfalls auf Sand hat er noch nie in Rom und Monte Carlo gewonnen. In Rom stand er schon dreimal im Final, 2006 hatte er Matchball gegen Nadal. In Monte Carlo scheiterte er viermal im Endspiel, zuletzt in diesem Jahr an Wawrinka.

Davis-Cup unterschätzt?

Mit dem Davis-Cup-Sieg hat Roger Federer nun aber auch dem Schweizer Team einmal etwas zurückgeben können. Grosse Kritik war aufgekommen, als Federer vor vier Jahren auf die Reise nach Kasachstan verzichtete und die Schweiz aus der Weltgruppe abstieg. Der Zeitpunkt für den Davis-Cup komme, habe Federer damals geantwortet. «Ich habe früher Roger gesagt, du musst nicht unbedingt den Davis-Cup gewinnen. Grand-Slam-Siege und der Platz an der Spitze der Weltrangliste sind für die Schweiz genauso wichtig», so Präsident von Swiss Tennis René Stammbach. «Aber das war Bullshit. Die ganze Welt schaut jetzt auf uns.»

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