1) Das Fernsehverbot zu ignorieren, ist gefährlich

«Arbeiten und Tennis schauen – ich kann beides», das wird sicherlich der ein oder andere Fan denken. Solange der Arbeitgeber dies genauso sieht, ist alles in bester Ordnung. Wenn nicht, dann Obacht. Das Arbeitsrecht ist dann meist auf Seite des Arbeitgebers und nicht des Tennisfans. «Sobald das Fernsehschauen den Arbeitnehmer in seiner Tätigkeit beeinträchtigt, ist es ihm untersagt», erläutert Rechtsanwalt Adrian Strütt von der Kanzlei Ettlersuter. Somit können jene die auf Pikett sind, den Match verfolgen, für alle anderen gilt: Besser die Weisung des Bosses befolgen. Ansonsten droht eine Abmahnung. Ignoriert man diese, könnte es böse enden. Im schlimmsten Fall in einer Entlassung. «Der Arbeitgeber kann diese im Streitfall damit begründen, dass eine Pflichtverletzung vorliegt oder das Vertrauensverhältnis erschüttert ist», sagt Strütt.

2) Mit diesen Argumenten kann man den Chef bezirzen

Die Lehre aus Punkt 1: Auf jeden Fall die Erlaubnis seines Chefs einholen. Doch mit welchen Argumenten kann ich ihn überzeugen? Solange keine wichtige Arbeitstätigkeit vernachlässigt wird, gibt es für Führungscoach Claude Heini durchaus Gründe, seinen Arbeitnehmer das Tennisvergnügen zu erlauben. «Wenn ich als Chef weiss, dass meine Mitarbeitenden sonst immer Vollgas geben, kann ich einmal ein Auge zudrücken. Im besten Fall mache ich ein Teamevent daraus.» Auch könne der Arbeitgeber versuchen, den Match gezielt zu nutzen. «Von Federer und Wawrinka kann man beispielsweise lernen, wie sie ihre Leistung auf den Punkt abrufen.» Was wenn der Chef ein Fernsehverbot erlässt, dieses aber selber ignoriert? Heini: «Ein klares No-Go.»

3) Wenn die Arbeitskollegen 30 Sekunden früher jubeln

Es nervte bei der Fussballeuropameisterschaft, es nervt auch beim Tennis. Arbeitskollegen, die jubeln, bevor das Tor oder der gelungene Schlag auf dem eigenen Bildschirm überhaupt passiert ist. Über welchen Kanal gehöre ich zu den schnellsten oder kann ich noch vor den Anderen, meine Arme in die Höhe reissen? Wer Wawrinka oder Federer zuerst siegen sehen will, schaut am besten Satellitenfernsehen. Doch Achtung: Will man den Ballwechsel in der höchsten Auflösung sehen, kann es bereits zu einer kleinen Verzögerung kommen. Tennisfans mit Kabel-Empfang müssen mit einer Verzögerung zwischen 4 bis 8 Sekunden rechnen und wer auf einen Streamingdienst setzt, braucht definitiv Nerven. Hier schlägt Federer rund 30 Sekunden später auf.

4) Was tun, wenn der ganze Federer-Wawrinka Hype nur nervt?

Sie mögen kein Tennis und ihnen geht das Gejubel ihrer Arbeitskollegen einfach nur auf die Nerven? Dann heisst es Kopfhörer auf und sich von Musikwelt berieseln lassen. Lenkt dies wiederum von der Arbeit ab, gibt es immer noch den Rückzug in ein freies Sitzungszimmer.