Tennis

Titelverteidiger Federers nächste Zitterpartie

Roger Federer musste gegen den Spanier Roberto Bautista Agut fast zwei Stunden kämpfen, bis er den Viertelfinal-Einzug sicherstellen konnte

Roger Federer musste gegen den Spanier Roberto Bautista Agut fast zwei Stunden kämpfen, bis er den Viertelfinal-Einzug sicherstellen konnte

Roger Federer steht beim Masters-1000-Turnier in Schanghai im Viertelfinal. Wie im Startspiel wurde er auch beim 6:3, 2:6, 6:4-Sieg gegen den Spanier Roberto Bautista Agut bis zum Schluss gefordert.

Auch der zweite Auftritt Federers in der chinesischen Metropole war ein ganz hartes Stück Arbeit. Ohne spielerisch zu brillieren behielt der als Nummer 1 gesetzte Federer gegen die Nummer 28 der Welt aber knapp die Oberhand. Nach 1:52 Stunden beendete er gegen Bautista Agut auch das achte Duell mit einem Sieg, verlor aber erstmals gegen den zähen Spanier einen Satz.

Zunächst hatte wenig auf einen Krimi hingedeutet. Federer gelang bereits zum 3:1 ein Break, das er souverän verteidigte. Auch im ersten Game des zweiten Satzes nahm er Bautista Agut gleich wieder den Aufschlag ab. Danach wurde es aber kompliziert. Im gesamten zweiten Satz brachte der 37-jährige Basler nur gerade ein Servicegame durch - und nach dem Satzausgleich musste er auch gleich zu Beginn des dritten Durchgangs eine Breakchance des sieben Jahre jüngeren Spaniers abwehren.

Danach fand er bei eigenem Aufschlag allerdings wieder zur gewohnten Stärke. Bis er selber das entscheidende Break markieren konnte, musste sich Federer allerdings lange gedulden, ehe ihm ein Vorhand-Winner das 5:4 und wenig später den Sieg brachte.

"Unglaublich returniert"

Der zweifache Turniersieger in Schanghai (2014 und 2017) gewann im zweiten Satz keinen einzigen Punkt bei zweitem Aufschlag, und auch bei erstem Service nicht einmal die Hälfte. Er sah seine Schwäche im zweiten Durchgang aber eher als Stärke des Gegners. "Natürlich hätte ich zu Beginn des zweiten Satzes gerne das Break verteidigt oder schnell ein zweites geschafft", stellte Federer fest. "Aber Bautista Agut hat unglaublich returniert."

Es sei ein hartes Stück Arbeit gewesen, denn der Belag sei schnell, und wenn der Gegner von der Grundlinie gut spiele, werde es schwierig. Das habe er schon am Tag zuvor gegen Daniil Medwedew gemerkt, als er ebenfalls drei Sätze zum Sieg brauchte. Nun freue er sich aber umso mehr auf den Viertelfinal am Freitag (ca. 14.00 Uhr Schweizer Zeit) gegen Kei Nishikori.

Jetzt gegen Nishikori

Der wieder erstarkte Japaner dürfte eine höhere Hürde werden als Bautista Agut. Zwar hat Federer die letzten vier Duelle seit 2014 gegen die Weltnummer 12 allesamt gewonnen, doch machte er in Schanghai bisher einen weniger bestechenden Eindruck als beispielsweise Novak Djokovic. Das muss allerdings kein schlechtes Omen sein. Im letzten Jahr war dies nicht viel anders, ehe der Schweizer am Ende gegen Juan Martin Del Potro und Rafael Nadal gross aufspielte.

Allerdings hat Federer in diesem Jahr seit seinem Turniersieg in Stuttgart im Juni nie mehr vollständig überzeugen können. Ein Turniersieg in Schanghai könnte da eine Wende bedeuten - und er ist auch nötig, um die Position als Nummer 2 in der Weltrangliste gegen Djokovic zu verteidigen.

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