Fussball
Der FC Aarau mit zwei Geschenken für den FC Basel – das Testspiel endet unentschieden

Der FC Basel tut sich beim 3:3 (1:0) im Testspiel gegen den FC Aarau schwer.

Alan Heckel
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Der Basler Liam Millar, rechts, gegen den Aarauer Shkelzen Gashi beim Fussball Testspiel im St. Jakob-Park.

Der Basler Liam Millar, rechts, gegen den Aarauer Shkelzen Gashi beim Fussball Testspiel im St. Jakob-Park.

Keystone

Vielleicht lag es ja am starken Regen, der kurz vor Matchbeginn einsetzte, jedenfalls war es der FC Aarau, der im St. Jakob-Park besser ins Spiel fand. Die aufsässigen Gäste sorgten dafür, dass sich das Geschehen zunächst vornehmlich in der Platzhälfte des FC Basel abspielte. Zu wirklich heissen Szenen vor Heinz Lindner kam es aber in den Startminuten nicht.

Bis die Rotblauen erstmals in Person von Pajtim Kasami aufs generische Tor schossen, hatte der Minutenzeiger knapp acht Umdrehungen hinter sich. Vorausgegangen war eine ungenügende Abwehr Simon Enzlers in die Mitte. Der Aarauer Schlussmann spielte auch bei der 1:0-Führung der Basler eine tragende Rolle: Beim Versuch, gepflegt von hinten aufzubauen, blieb sein Pass bei Afimico Pululu hängen. Dieser legte per Hacke auf Sturmpartner Artur Cabral zurück, der den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste. Weitere Treffer fielen in dieser ziemlich ausgeglichenen Begegnung bis zur Pause aber nicht.

In gleicher personeller Besetzung auf beiden Seiten ging es nach dem Seitenwechsel weiter, allerdings ging das Heimteam nun deutlich entschlossener zu Werke. Man stieg energischer in die Zweikämpfe, spielte die Pässe mit mehr Schärfe und verbuchte mehr Ballgewinne in der letzten Zone. «Unser Auftritt in der ersten Halbzeit hatte mir nicht gefallen. Wir waren zu wenig aggressiv und standen zu weit weg von den Leuten», nannte Trainer Patrick Rahmen den Grund für die «Verwandlung».

Zu klaren Torchancen kam der FCB deswegen aber nicht. Es war vielmehr der Challenge-Ligist, der die gefährlicheren Aktionen hatte, weil sein Umschaltspiel bei Balleroberung die Defensive des Oberklassigen mehrfach ins Trudeln brachte. Der FCA hätte jedenfalls auch mehr als die Tore durch Skelzen Gashi (63.), Liridon Balaj (73.) und Marco Aratore (86.) erzielen können. «Der FC Aarau ist mit einem starken, eingespielten Team angetreten. Doch das darf keine Ausrede sein – drei Gegentore sind einfach zuviel», so Rahmen.

Arthur Cabral, rechts, gegen Leon Bergsma.

Arthur Cabral, rechts, gegen Leon Bergsma.

Keystone

Immerhin gelangen auch dem Heimteam noch zwei weitere Treffer: In der 68. Minute war es erneut Enzler, der einen entscheiden Anteil hatte. Wieder wurde er beim Herausspielen von Pululu unter Druck gesetzt, spielte den Ball diesmal aber Pajtim Kasami in die Füsse, welcher das zwischenzeitliche 2:1 markierte. Beim 3:2 in Minute 82 hatten dann ein Neuzugang und ein «Rückkehrer» ihre Füsse im Spiel. Nach einer von Liam Miller am linken Flügel initiierten Aktion konnte Darian Males von Léon Bergsma nur noch per Foul gebremst werden. Den fälligen Penalty verwandelte Fabian Frei sicher.

Der Kritik, sein Team sei nur nach zwei Goaliefehlern und einem Elfmeter gefährlich gewesen, wollte sich Patrick Rahmen nicht anschliessen. «Ich habe auch andere Chancen meiner Mannschaft gesehen», hielt er fest. Zu den Patzern Enzles meinte er: «Klar sieht der Torhüter da nicht gut aus, aber wir haben die Fehler provoziert, weil wir so früh drauf gegangen sind!» Insgesamt mochte er mit seiner Equipe nicht allzu hart ins Gericht gehen:

«Wir sind noch in der Vorbereitung. Man hat gesehen, dass uns noch die Spritzigkeit gefehlt hat. Unser Auftritt lässt sich damit – zumindest teilweise – begründen.»

Bis zum Saisonstart in zwei Wochen hat Rahmen also noch einiges zu tun. Gleiches gilt für die Verantwortlichen an der rotblauen Transferfront. «Wir mussten damit rechnen, dass uns Silvan Widmer verlässt – besonders nach so einer starken EM. Die Suche nach einem Rechtsverteidiger läuft entsprechend schon etwas länger», verriet der Trainer.

Telegramm

FC Basel – FC Aarau 3:3 (1:0)

St. Jakob-Park. – 0 Zuschauer. – SR: Wolfensberger. – Tore: 19. Cabral 1:0. 63. Gashi 1:1. 68. Kasami 2:1. 75. Balaj 2:2. 82. Frei (Foulpenalty) 3:2. 86. Aratore 3:3.

Basel: Lindner; Lopez, Frei, Cardoso, Petretta; Zhegrova (77. Millar), Kasami, Quintilla (86. Chipperfield), Stocker; Pululu, Cabral (73. Males).

Aarau: Enzler; Giger, Bergsma, Kronig, Conus; Jäckle, Njie (60. Gashi); Balaj (75. Avdyli), Spadanuda, Rrudhani; Almeida (60. Aratore).

Bemerkungen: Basel ohne Jorge, Padula, Tushi (alle verletzt), Bunjaku, Chiappetta, Cömert, Djiga, Durrer, Gebhardt, Hajdari, Marchand, Palacios, Sene, Spycher, van Wolfswinkel, Vishi und Xhaka (alle nicht im Aufgebot). Aarau ohne Qollaku (verletzt), Hasani, Lujic, Schwegler, Senyurt, Thiesson und von Arx (alle nicht im Aufgebot), dafür mit dem kosovarischen Testspieler Ardit Tahiri (FC Besa Pejë). – Verwarnung: 31. Kasami (Foulspiel).