Tischtennis
EM und Playoff-Final in einer Woche: Lionel Weber und Rio-Star Muttenz stehen vor dem Abschluss einer stressigen Woche

Am Sonntag findet in Muttenz der Superfinal im Tischtennis statt. Während bei den Frauen Rekordmeister Neuhaus auf Luzern trifft, hat Muttenz die Möglichkeit, gegen Lancy den Titel zu Hause zu verteidigen. Für Lionel Weber, die Nummer 1 der Schweiz und Captain der Muttenzer, ist das aber nicht die einzige schwierige Aufgabe.

Esteban Waid
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Beim letzten Superfinal 2019 waren die Muttenzer um Lionel Weber erfolgreich.

Beim letzten Superfinal 2019 waren die Muttenzer um Lionel Weber erfolgreich.

Zwald Rene/BLZ

Der Fokus beim TTC Rio-Star Muttenz ist hoch. Nicht nur an der Platte, sondern auch hinter den Kulissen. Am Sonntag findet in der Muttenzer Kriegacker Halle der grosse Superfinal statt. Rio-Star Muttenz kämpft dann gegen den Qualisieger ZZ-Lancy um den Titel in der NLA. Bei den Frauen trifft Rekordmeister Neuhausen auf Rapid Luzern. Klar, dass sich die Spieler Lars Posch, Pedro Osiro und Cédric Tschanz schon fleissig auf den Heimfinal vorbereiten.

Nur Captain Lionel Weber musste sich in dieser Woche noch anderweitig fokussieren. Denn die unangefochtene Nummer 1 im Schweizer Tischtennis bei den Männern kehrt erst am Samstag aus Warschau zurück. Dort vertrat er zusammen mit Rachel Moret die Schweiz an der Europameisterschaft.

Präsident Michel Tschanz (li.) und Captain Lionel Weber wollen die Titelverteidigung.

Präsident Michel Tschanz (li.) und Captain Lionel Weber wollen die Titelverteidigung.

Kenneth Nars/BLZ

«Wir warten schon zwei Jahre auf den Superfinal in Muttenz, das ist schon lange unser Traum. Aber klar ist auch, dass ich mich jetzt erst auf die EM konzentriere. Aber für den Final muss ich mich nicht speziell motivieren», erklärte Weber diese Woche über Telefon aus einem Warschauer Hotelzimmer, bevor die EM für ihn losging.

Tatsächlich ist es aber wohl gar nicht so schlecht, dass die Pandemie den Spielplan so durcheinandergeworfen hat, dass zwei wichtige Events in einer Woche stattfinden. Wegen eines Meniskusrisses konnte der 168. der Weltrangliste nämlich kein Spiel in der Qualifikation bestreiten. Auch die letzte Möglichkeit für eine Olympiaqualifikation verpasste er wegen der Verletzung. «Natürlich war ich da enttäuscht. Du trainierst darauf hin und dann wird einem diese Chance wegen einer Verletzung genommen», sagt Weber. Nach der OP im April reichte es gerade so für den Playoff-Halbfinal.

«Es hat mir sicher gutgetan, ein bisschen Matchpraxis zu sammeln und Selbstvertrauen zu tanken. Und auch dem Knie geht es tipptopp»,

resümiert Weber nach dem EM-Turnier. Im Einzel konnte er einige wichtige Siege in der Gruppenphase und der Zwischenrunde einfahren. Im 1/32-Final war dann gegen die Nummer 25 der Weltrangliste, Marcos Freitas, Schluss. Im Mixed Doppel konnten Weber und Moret sogar bis in den Achtelfinal vorstossen.

Jetzt hat er aber wieder den nationalen Wettbewerb wieder vor Augen. «Ich denke, es wird ein ausgeglichenes Duell. Wir hatten über die Saison Verletzungssorgen, aber ich hoffe, dass wir für den Final noch einen zusätzlichen Boost bekommen», sagt Team-Captain Weber. Nicht nur er hatte mit Verletzungen zu kämpfen.

Cédric Tschanz wurde an der Hüfte operiert, sollte für den Final aber fit sein und Lars Posch hat teilweise immer noch mit den Nachwirkungen seiner Covid-Erkrankung zu kämpfen. Vereinspräsident Michel Tschanz gibt aber eine leichte Entwarnung:

«Es sieht im Moment so aus, dass das erste Mal in dieser Saison alle Spieler zur Verfügung stehen. Das wäre schon mal ein Wunder.»

Nicht nur für die Spieler wird das kommende Event gegen die starken Genfer eine grosse Aufgabe. Bereits am Freitag startet für die Verantwortlichen von Rio-Star Muttenz die Vorbereitung, um dem Event eine angemessene Kulisse zu bescheren. «Der Aufwand für dieses Jahr ist enorm. Wir haben praktisch keine Ertragsmöglichkeit, weil weniger Zuschauer und wenig Verkaufsstände da sind», erklärt Michel Tschanz.

Nummerierte Sitze, drei Tische zum Spielen, Verpflegungsmöglichkeiten und nicht zuletzt die aufwendige Technik, um den Zuschauern, die nicht in die Halle können, die Spiele im Youtube-Stream zu präsentieren. In der Halle sind kurzfristig nun doch 250 Fans zugelassen. Auf dieses Angebot ist Präsident Tschanz besonders stolz.

So sieht die aufwendige Technik hinter den Streams aus:

Dass es solche Streams mit Kommentatoren gibt, sei ein Nebeneffekt der Pandemie, wie auch bei anderen Vereinen in der Region zu beobachten war. «Wir haben auch vom europäischen Verband Lob für unser Streaming-Angebot bekommen», erklärt Tschanz.

Am Sonntag wird sich dann zeigen, ob die Fans vor dem Bildschirm und in der Halle die 13. Meisterschaft der Vereinsgeschichte feiern können. «Mein Traum ist, dass wir den Titel verteidigen können», sagt Tschanz. Einfach wird es nicht, denn mit Michel Martinez hat Lancy einen Franzosen im Kader, der erst ein Spiel in der Saison verloren hat. Auf der anderen Seite steht Lionel Weber, der beste Spieler der Schweiz, der in einer Woche mal eben eine EM und den NLA-Final spielen muss.

Die Halbfinalbegegnungen in der Wiederholung. Hier finden Sie auch den Stream für den Final am Sonntag:

Youtube (Rio-Star Muttenz)