Champions League

Tottenham-Trainer Pochettino nach Auswechsel-Drama um Vertonghen: «Es lief alles nach Protokoll»

Vertonghen (l.) wird nach dem heftigen Zusammenprall gepflegt.

Vertonghen (l.) wird nach dem heftigen Zusammenprall gepflegt.

Als wäre die 0:1-Heimniederlage von Tottenham gegen die Überraschungsmannschaft Ajax Amsterdam noch nicht genug, beschäftigt die Fussballwelt am Tag danach vor allem etwas: Die erst verzögert durchgeführte Auswechslung von Tottenhams Jan Vertonghen.

Es war die unschönste Szene des mehrheitlich tollen Fussballabends vom Dienstag: Ajax-Keeper Andre Onana prallt in einem Luftduell mit den Tottenham-Spielern Toby Alderweireld und Jan Vertonghen zusammen. Letzterer schlägt mit dem Gesicht hart gegen den Hinterkopf von Mitspieler Alderweireld und bleibt dann benommen liegen.

Nach einigen Minuten der Pflege und mehrmaligem Nachfragen des Schiedsrichters, ob es dem Spieler wirklich gut gehe, greift Vertonghen wieder ins Spielgeschehen ein. Allerdings nur für einige Sekunden. Plötzlich kann sich der Belgier kaum mehr auf den Beinen halten und muss doch noch ausgewechselt werden.

Vertonghen kann kaum mehr stehen und wird in die Kabine begleitet.

Die medizinische Abteilung der Spurs muss sich nun einige Kritik anhören. Als «erbärmlich», «unverantwortlich» oder «gefährlich» wird die Entscheidung, den 32-Jährigen wieder aufs Feld gehen zu lassen abgestempelt.

Doch Spurs-Trainer Mauricio Pochettino findet, es seien keine Fehler gemacht worden: «Ich war in die Entscheidung nicht involviert, der Arzt hat entschieden. Unser medizinisches Personal hat nach den nötigen Vorschriften und Protokollen gehandelt.»

Der Trainer konnte gegenüber dem «Guardian» zudem Entwarnung zu Vertonghens Gesundheitszustand geben. «Es geht ihm gut. Er konnte das Stadion zu Fuss verlassen. Natürlich werden wir ihn weiter beobachten, aber es sieht nicht so aus, als hätte er eine Gehirnerschütterung», sagt Pochettino.

Die Gesundheit der Spieler stehe auch für ihn an oberster Stelle. «Ich würde nie die Entscheidungen unseres medizinischen Personals in Frage stellen», führt der Argentinier weiter aus. Sie seien die Bosse in diesen Situationen. «Wenn sie mir sagen, ein Spieler muss ausgewechselt werden, dann mache ich das. Wenn sie mir sagen, ein Spieler kann weiterspielen, dann glaube ich das.»

Auf Twitter wird Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz gefeiert, weil er versuchte, Tottenham zur Auswechslung Vertonghens zu bewegen.

Mit dem Resultat (Tottenham verlor das Spiel 0:1) war Pochettino logischerweise nicht zufrieden. Er bemängelt den Auftritt seines Teams in der ersten Halbzeit: «Wir spielten ohne Energie, Ajax mit extrem viel. Wie wir das 0:1 kassieren ist schmerzhaft. Da haben wir ganz schlecht ausgesehen.» Ausreden wegen den vielen Verletzten lässt er aber nicht gelten. «Es ist Halbfinal, da spielt es keine Rolle wer spielt. Hoffentlich können wir die Begegnung in Amsterdam wieder drehen.» (abu)

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