Trainingslager
Die Kraft der Mitte: Der FC Basel hat im Zentrum ein Luxusproblem

Im Zentrum ist der FC Basel überdurchschnittlich gut besetzt. Vom starkem Konkurrenzkampf könnte am Ende das Team profitieren.

Jakob Weber, Vevey
Merken
Drucken
Teilen
Pajtim Kasami erzielt im Testspiel gegen Dynamo Kiew den ersten Basler Treffer.

Pajtim Kasami erzielt im Testspiel gegen Dynamo Kiew den ersten Basler Treffer.

Bild: Urs Lindt/Freshfocus

Pajtim Kasami musste sich beim Trainingsauftakt den ein oder anderen Spruch gefallen lassen. Die Gerüchte über seinen Wechsel zurück zu Olympiakos haben auch im Team hohe Wellen geschlagen. Doch Kasami ist noch da und er wird vermutlich auch beim FCB bleiben. «Ich habe noch ein Jahr Vertrag in Basel, bin sehr glücklich hier und bin bereit, der Mannschaft zu helfen. Wir haben grosse Ambitionen», sagt er im Gespräch im Trainingslager in Crans-Montana. Die Gerüchte will der 29-Jährige nicht gross kommentieren: «Das war eine Sache zwischen Basel und Olympiakos. Es gab ein Angebot. Alles andere soll unter uns bleiben.»

Der Frage, ob Kasami selber gerne zurück nach Griechenland gewechselt wäre, weicht er aus. Sowieso will sich der zentrale Mittelfeldspieler nicht von Transfergerüchten aus der Ruhe bringen lassen. «Es ist vergeudete Energie, sich mit Gerüchten zu befassen. Die 10 bis 15 Prozent Konzentration fehlen dir dann auf dem Platz. Ich bin froh, dass die Gerüchte in den Ferien passiert sind. Jetzt ist das vorbei und ich konzentriere mich nur auf den FCB.»

Fabian Frei ist als Innenverteidiger eingeplant

Dort sind die Positionen im zentralen Mittelfeld hart umkämpft. Fabian Frei spielte in den Testspielen gegen Thun und Kiew bereits in der Innenverteidigung. Seine starke Spieleröffnung kommt auch auf dieser Position zum Tragen, sodass Trainer Patrick Rahmen vorerst auf dieser Position mit ihm plant. «Ich habe das mit Fabi so besprochen und er ist dem auch nicht abgeneigt», sagt Rahmen.

Doch mit der Rückkehr von Taulant Xhaka, Neuzugang Jordi Quintilla und Matias Palacios ist der Konkurrenzkampf im Zentrum trotzdem lanciert. So sehr, dass für Yannick Marchand und Orges Bunjaku kein Platz mehr zu sein scheint. Sollte sich ein Abnehmer finden, würde der FCB die beiden Eigengewächse ausleihen. Bunjaku wurde gegen Kiew wie auch Xhaka als Aussenverteidiger eingesetzt.

Mit dem 17-jährigen Liam Chipperfield klopft ein noch jüngeres Talent im zentralen Mittelfeld ebenfalls bereits bei den Profis an. «Wenn ein junger Spieler hochkommt, muss er auch die Chance haben, über Monate regelmässig zum Einsatz zu kommen», sagt FCB-Kaderplaner Philipp Kaufmann. Das dürfte für Chipperfield bei allem Talent schwierig werden.

Die Betroffenen sehen die Sache gelassen. Jordi Quintilla sagt: «Konkurrenzkampf ist gut. So bleibt die Konzentration im Training hoch. Und auch Kasami beunruhigt die Situation nicht: «Ich freue mich, dass Jordi da ist. Der Konkurrenzkampf wird grösser. Aber die Qualität der Mannschaft auch. Die brauchen wir, um unsere Ziele, in drei Wettbewerben eine gute Rolle zu spielen, zu erreichen.»

Jordi Quintilla spielte in beiden Tests im zentralen Mittelfeld. Auch gegen Kiew.

Jordi Quintilla spielte in beiden Tests im zentralen Mittelfeld. Auch gegen Kiew.

Laurent Gillieron / KEYSTONE

Klar ist, dass der FCB in den vielen Spielen, die ab dem 22. Juli mit Conference-League-Quali, Meisterschaft und Cup warten, mehr als nur elf Stammspieler braucht. Und da auch in den Transfermarkt und das FCB-Kader bis dahin wohl noch einiges an Bewegung kommen wird, ist das Überangebot im Zentrum eher ein Luxusproblem.