Eidgenössisches Turnfest

Turnfestsieger Oliver Hegi: «Das hat Nerven gekostet»

Der Lokalmatador hat zugeschlagen. Oliver Hegi sichert sich in Aarau den Turnfestsieg vor prall gefüllten Rängen. Zu Dutzenden mussten Leute am Eingang abgewiesen werden, weil die Halle schon voll war. Hegi begann sackstark, musste dann aber zittern. Wie er die Schreckmomente erlebt hat.

Sie haben am letzten Gerät, dem Reck, wo Sie 2018 Europameister wurden, gepatzt, mussten um den Sieg zittern. Wie haben Sie den Turnfest-Wettkampf erlebt?

Oliver Hegi: Es war nervenaufreibend. Es hat Spass gemacht zu turnen, aber ich war schon sehr angespannt. Der Druck war ziemlich hoch. Jeder wollte gewinnen, jeder hat sein Bestes gezeigt. Das Niveau war extrem hoch, alle haben wirklich gut geturnt. Es hat sehr wenige Fehler gegeben und so war es bis am Schluss mega, mega spannend.

Was ging Ihnen durch den Kopf als Sie fast vom Reck gefallen wären?

Wenn man merkt, dass so etwas passiert, dann muss man einfach mega schnell reagieren. Ich glaube, es ist mir einigermassen gut gelungen. Ich konnte fertigturnen. Man muss einen solchen Zwischenfall so schnell wie möglich verarbeiten und die Übung spontan neu umstellen, damit es doch noch funktioniert. Das ist immer eine ziemliche Herausforderung. Aber zum Glück hat es heute funktioniert.

Beim Pferd, wo Sie letztlich die Differenz rausgeholt haben, öffnete sich Ihr Handschuh. Haben Sie das bemerkt?

Ja, das habe ich. Ein relativ unangenehmer Moment. Zum Glück kam er so spät in der Übung. Eigentlich macht man einen Tapestreifen drum, damit das nicht passiert. Aber bei mir ging es diesmal ein bisschen vergessen. Kurz vor Übungsbeginn bemerkte ich es und dachte nur: Es wird schon nichts passieren. Es kam anders und dann trotzdem gut, glücklicherweise.

Trotz diesen Zwischenfällen hatte man den Eindruck, Hegi kann heute keiner das Wasser reichen. Sie waren so solid. Haben Sie das auch schon früh so wahrgenommen?

Ich habe mich generell gut gefühlt. Aber man darf nie den Eindruck haben, dass man unantastbar ist. Wenn man sich zu selbstsicher fühlt, dann passieren genau solche Fehler wie mir und man verliert den Fokus. Wichtig ist, immer fokussiert zu bleiben, nie das Gefühl haben, es funktioniert sowieso. Gerät für Gerät.

Wie ordnen Sie als Europameister und mehrfacher Schweizer Meister diesen Sieg ein?

Man kann es nicht mit einer EM oder WM vergleichen. Trotzdem ist es ein Wettkampf, der nur alle sechs Jahre stattfindet und es ist ein weiterer Punkt im Palmares, den man abstreichen kann, wenn man hier gewinnt. Bei mir hat es zweimal nicht geklappt. Jetzt ist es aufgegangen und darauf bin ich extrem stolz.

Für Sie war es ein Heimwettkampf. Seit wann waren in der Gegend?

Für mich war es sicher ein Vorteil, dass der Wettkampf in Aarau stattfand. Ich konnte am Freitag noch nach Hause zu meinen Eltern, bin am Samstagmittag angereist, da wir noch eine Autogrammstunde hatten. Das war sehr entspannt und sehr angenehm. Wir kamen nicht an und mussten sofort mit einturnen beginnen und in den Wettkampf starten.

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