Champions League Final
Ungefährdeter 2:0-Erfolg gegen Tottenham: Liverpool gewinnt die Champions League

Jürgen Klopps Finalfluch ist gebrochen! Der FC Liverpool kann sich für die letztjährige Finalniederlage gegen Real Madrid rehabilitieren und feiert gegen Tottenham einen ungefährdeten 2:0-Erfolg. Die letzte Hürde, Tottenham Hotspur, erwies sich für die Reds als keine ebenbürtige. Salahs frühes 1:0 sorgte nach einer Minute für klare Verhältnisse, Origis Treffer kurz vor Schluss setzte den Schlusspunkt hinter das Finalspiel in Madrid.

Christian Finkbeiner
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Champions League Final 2019, Tottenhaum Hotspur - Liverpool FC
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Der Pokal ist übergeben: Captain Jordan Henderson hebt die schwere Trophäe in die Höhe.
Alle dürfen Mal an den Pokal, auch Xherdan Shaqiri (l.) ist gleich noch dran.
You'll never walk alone: Die Liverpool-Fans im Stadion singen die Hymne ihres Clubs.
Der Fluch ist gebrochen: Jürgen Klopp hat endlich wieder einen grossen Titel geholt.
Sie können es kaum fassen: ihr Team hat die Champions League gewonnen.
Liverpool-Fans feiern feuchtfröhlich in einem Pub.
Liverpools Staff steht Spalier für Tottenham. Jürgen Klopp winkt in die Kamera.
Traurige Gesichter bei Tottenham.
Grosse Freude beim Liverpool FC, im zweiten Anlauf hat es geklappt mit dem Titel.
Hugo Lloris kann der Kugel nur noch nachschauen.
Virgil van Dijk (l.), Divock Origi (M.) und Mohamed Salah (r.) feiern das zweite Tor und kurz darauf den Titel.
Divock Origi schiesst das entscheidende 2:0 für Liverpool.
Son Heung-min kanns nicht fassen, schon wieder ist hält Alisson Becker.
Keine Chance für Tottenham an Alisson Becker vorbeizukommen.
Dele Alli (l.) erwischt die Kugel und Joel Matip (r.) hat das Nachsehen.
Mohamed Salah schlägt einen Purzelbaum – weil er nicht getroffen hat.
Jordan Henderson und Danny Rose mit dem Ball.
Alisson Beckers Faust rettet Liverpools 1:0 auch in der zweiten Halbzeit.
Hugo Lloris schnappt den Ball von Sadio Manes Füssen.
Georginio Wijnaldum (l.) und Harry Kane helfen sich gegenseitig wieder auf.
Danny Rose hat sich weh getan.
Harry Kane fällt vor dem Ball hin, Virgil van Dijk (M.) übernimmt.
Sadio Mane (r.) fasst Kieran Trippier (l.) in den Ausschnitt.
Harry Kane drückt ab, findet aber den Eingang des Tors nicht.
Mohamed Salah trägt den Ball, er kann ihn also nicht nur mit den Füssen spielen.
Sadio Mane (M.) steigt höher als Harry Kane (r.).
Kieran Trippier (l.) und Sadio Mane (r.) wollen den Ball annehmen.
Hugo Lloris flirtet nicht mit dem Ball, er hält ihn davon ab ins Tor zu gehen.
Jan Vertonghen (l.) crasht hart mit einem Gegenspieler. Er spielt jedoch weiter.
Fans schauen das Spiel ausserhalb eines Pubs.
Liverpool-Captian Jordan Henderson (l.) und Tottenhams Son Heung-min duellieren sich um die Kugel.
Liverpool versucht sich am zweiten Treffer. Dieses Mal kommt Hugo Lloris an den Ball und verhindert schlimmeres.
Harry Kane (r.) fliegt über Joel Matip (l.) hinweg.
Alisson Becker feiert das erste Tor von Liverpool.
Tottenhams Moussa Sissoko (M.) bekommt es gleich mit zwei Liverpool-Spielern zu tun.
Mohamed Salah tritt zum Penalty an...
...Hugo Lloris springt auf die richtige Seite...
...doch das Runde geht an Lloris vorbei ins Eckige. Liverpool führt früh mit 1:0.
Die Schiedsrichter um Damir Skomina (M.) stehen bereit für den Final.
Die Liverpool-Fans sind zahlreich nach Madrid gereist.
Und auch aus London sind viele Fans gekommen und unterstützen ihr Tottenham.
Xherdan Shaqiri wärmt sich auf. In der Startelf ist er jedoch nicht.
Das Wanda-Metropolitano-Stadion in Madrid ist bereit für den Champions-League-Final.

Champions League Final 2019, Tottenhaum Hotspur - Liverpool FC

Keystone

Liverpool mit dem Schweizer Xherdan Shaqiri hat zum sechsten Mal den wichtigsten Klubwettbewerb Europas gewonnen. Die von Jürgen Klopp trainierten «Reds» setzten sich im Champions-League-Final in Madrid gegen Tottenham Hotspur 2:0 durch.

Die Tore im zweiten rein englischen Final und einem lange Zeit zähen und wenig unterhaltsamen Spiel schossen Mohamed Salah bereits nach 108 Sekunden per Handspenalty und der eingewechselte Divock Origi kurz vor Schluss (87.), Shaqiri kam nicht zum Einsatz.

Am Ende konnten die rund 30'000 Liverpool-Fans den Sieg doch noch in vollen Zügen geniessen. In der Nachspielzeit stimmten sie ihr «You'll never walk alone» an, nachdem sie zuvor 87 Minuten gehofft und gebangt hatten, ehe sie Origi erlöste. Der Belgier hatte bereits beim spektakulären 4:0 im Halbfinal-Rückspiel gegen den FC Barcelona zwei Treffer erzielt.

Die Partie im Estadio Metropolitano hatte erst in der Schlussphase so richtig Fahrt aufgenommen. Mit der Niederlage vor Augen begann Tottenham in seinem ersten Final in der Königsklasse mehr zu riskieren. Und prompt erspielten sich die Londoner auch Torchancen, nachdem Liverpools Keeper Alisson 75 Minuten kaum einzugreifen hatte.

Penalty entscheidet früh

Den Anfang der Schlussoffensive der Spurs machte Dele Alli mit einem Kopfball (79.), eine Minute später bot sich Son Heung-Min und Lucas Moura eine Doppelchance. Der Brasilianer Moura avancierte aber nicht noch einmal zum Held der Spurs, nachdem er im Halbfinal mit dem Hattrick beim 3:2 in Amsterdam das Team von Mauricio Pochettino fast im Alleingang in den Final geschossen hatte.

Die rasante Schlussphase entschädigte für vieles in einer Partie, die den Erwartungen lange Zeit nicht gerecht worden war. Schon nach gut 100 Sekunden hatte Liverpool den Vorteil auf seiner Seite. Noch nicht einmal 25 Sekunden waren gespielt, als eine Flanke von Sadio Mané im Strafraum den ausgestreckten Arm von Moussa Sissoko berührte und Schiedsrichter Damir Skomina auf den Penaltypunkt zeigte.

Salah liess sich die Chance nicht entgehen und brachte den Favoriten souverän in Führung. Vor einem Jahr war der Ägypter noch der tragische Held des Finals gewesen, als er nach einem harten Tackling von Sergio Ramos das Feld nach einer halben Stunde verletzt verlassen musste. Nun erzielte er nach Paolo Maldini 2005 das zweitschnellste Tor in einem Final.

Langatmige Partie

So verheissungsvoll die Partie begonnen hatte, so wenig Unterhaltung boten die folgenden gut 60 Minuten. Die Rasanz und das Tempo aus dem Premier-League-Alltag fehlte über weite Strecken, es war zu spüren, dass es für beide Teams um sehr viel ging. Vor allem Liverpool agierte ungewohnt passiv und überliess die Initiative mehrheitlich dem Gegner.

Das aggressive Pressing wurde nur punktuell praktiziert, dass die beiden lange Zeit einzigen gefährlichen Abschlussversuche von den Aussenverteidigern Trent Alexander-Arnold (20.) und Andy Robertson (38.) kamen, war sinnbildlich. Noch weniger brachte Tottenham zu Stande, der letzte Pass kam praktisch kaum an.

Der gefährlichste Akteur auf Seiten der Spurs war Son Heung-Min, der im Viertelfinal gegen Manchester City massgeblichen Anteil am Weiterkommen hatte. Kaum sich in Szene setzen konnte sich Harry Kane. Für den Captain der englischen Nationalmannschaft war es der erste Einsatz seit dem 9. April und dem Viertelfinal-Hinspiel gegen Manchester City, als er sich eine Knöchelverletzung zuzog. Ein Kopfball nach knapp einer Stunde, der weit über das Tor flog, war die auffälligste Aktion des Mittelstürmers.

Klopps Premiere, Shaqiris zweiter Titel

Baumeister des Liverpooler Erfolgs ist Jürgen Klopp. Der 51-jährige Deutsche gewann erstmals den wichtigsten Titel im Klubfussball, nachdem er mit Borussia Dortmund 2013 im Wembley Bayern München und im letzten Jahr mit Liverpool in Kiew Real Madrid unterlegen war. Für Klopp war es auch die erste Trophäe in knapp vier Saisons als Trainer von Liverpool, womit er eine persönliche Negativserie von sechs Finalniederlagen in Folge beendete.

Ein Novum schaffte Xherdan Shaqiri, der nicht eingesetzt wurde. Als erster Schweizer gewann der 27-jährige im Kosovo geborene Basler den wichtigsten Klubwettbewerb zum zweiten Mal. 2013 bei Bayern München war er allerdings ebenfalls nicht zum Einsatz gekommen. Neben Shaqiri gewannen nur Stéphane Chapuisat und Ciriaco Sforza den Titel in der Königsklasse.

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