Schweizer Nati

Viel Geld, nur Niederlagen und sonst? Das sind die Erkenntnisse aus der Nations League

Die Schweizer nach der Niederlage gegen England im Spiel um Platz 3.

Die Schweizer nach der Niederlage gegen England im Spiel um Platz 3.

Die Schweizer können viel mitnehmen aus Portugal, sieben Millionen Euro zum Beispiel, die die Uefa dem Vierten auszahlt. Und die Erfahrung, ein weiteres Turnier bestritten zu haben, aus dem einige Schlüsse gezogen werden können.

0:1 im Penaltyschiessen gegen England verloren. Positiv war, dass sich die Schweiz überhaupt so lange im Spiel hielt. Nur: Die Schweiz spielte gegen England längst nicht mehr so beschwingt, oft sah man wenig Zusammenhängendes, die Batterien schienen leer. Allenfalls muss sich die Uefa überlegen, ob sie tatsächlich am Ende einer langen Saison diesen dritten Platz in einer Art Kehraus-Partie will, aber immerhin ging es neben der Ehre um eine Million Franken mehr oder weniger. Fabian Schär sagte:

Ernst genommen hatten die Schweizer die Partie ja schon, Schär wirkte enttäuscht, ärgerte sich über Niederlage wie den Interview-Marathon, den er am Ende einer langen Saison über sich ergehen lassen musste. Vielleicht lieferten die beiden Niederlagen in der Nations League neue Erkenntnisse ja auch ihm, Schär, der nicht weiss, wann er nach den Ferien wieder bei Newcastle antraben muss; es könnte ein Hinweis dafür sein, dass dem Ostschweizer womöglich ein Clubwechsel bevorsteht.

1. Leader müssen in Topform sein

Gegen Portugal konnte sich Xherdan Shaqiri nochmals überwinden, presste alles aus seinem Körper – und war der beste Schweizer. Granit Xhaka war solid, dafür war Yann Sommer mitschuldig an der Niederlage, weil er sich beim Führungstreffer mittels Ronaldo-Freistoss falsch entschied. Gegen England war Granit Xhaka wieder solid und nun Sommer Weltklasse, man brauchte zwei Hände, um seine Paraden zu zählen. Dafür war Shaqiri nur noch ein Schatten, und irgendwie war es sinnbildlich, dass er den Platz humpelnd an der Wade verletzt verlassen musste. Sie sehen sich mit den Topnationen ja gern auf Augenhöhe, die Schweizer. Vermutlich sind sie das sogar. Doch für mehr scheint es derzeit nicht zu reichen, auch weil die Schweiz noch immer zu sehr von ihren Leadern abhängig ist, die überdies noch in Topform sein müssen.

2. Die Konkurrenz hinter der Startelf

Petkovic hat seine Mannschaft sanft umgebaut, er wollte den Konkurrenzkampf schüren. Aber derzeit gibt es wenige Diskussionen, wen er in die Startformation beordert, vor allem dann, wenn Stephan Lichtsteiner nicht dabei ist. Falls Breel Embolo endlich einmal durchstartet, gäbe dies dem Nationaltrainer mehr Spielraum auf der rechten Offensivseite. Und sonst? Noah Okafor war stolz über sein Debüt, er ist ein Perspektivspieler, doch er wird noch viele Monate, vielleicht sogar Jahre brauchen. Kevin Mbabu ist bereits an Michael Lang vorbeigezogen. Und hinter Sommer fehlt der grosse Druck, weil Roman Bürki fehlt.

3. Die Dreierkette ist etabliert

Petkovic hat die Dreierkette als Spielsystem etabliert. Gegen England und Portugal setzte er sie ein, weil sie der Schweiz mehr Möglichkeiten in der Offensive gibt. Mit der Viererkette ist sie defensiv vermutlich weniger anfällig, doch es fällt den Schweizern dann schwerer, für Gefahr vor dem gegnerischen Tor zu sorgen. Es ist eine Qualität guter Mannschaften, mehrere Systeme zu beherrschen, insofern war die taktische Erweiterung des Spektrums eine sinnvolle Massnahme, die in der Nations League aber resultatmässig keinen Erfolg brachte.

4. VAR hat sich bewährt

Der Video Assistant Referee (VAR), den die Uefa erstmals einsetzte in Pflichtspielen auf Nationalteam-Ebene, soll den Fussball fairer, wahrer machen. Aber die Diskussionen werden nicht aufhören, wie sie nie aufhören, wenn Schiedsrichter im Spiel sind. Für die Schweiz lief es gut mit dem VAR, gegen England und besonders gegen Portugal profitierte sie von der näheren Betrachtung der Schiedsrichter aus den verschiedenen Kamerablickwinkeln. Aus einem möglichen 0:2 wurde gegen Portugal ein zwischenzeitliches 1:1, und statt kurz vor Ende der regulären Spielzeit gegen England ins Hintertreffen zu geraten, stand es weiterhin 0:0.

Das sind die Noten der Schweizer Nati gegen England

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