Volleyball
Das Stimmvolk blockt «Sm’Aesch» – keine neue Heimat für die Volleyballerinnen

Sm’Aesch Pfeffingen will seinen Zuschauern in der kommenden NLA-Saison Freude bereiten – trotz der unerfreulichen Abstimmung am vergangenen Sonntag.

Riccardo Ferraro
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An Saita und Madison Duello starten am Wochenende mit Sm’Aesch Pfeffingen in die NLA-Saison.

An Saita und Madison Duello starten am Wochenende mit Sm’Aesch Pfeffingen in die NLA-Saison.

Bild: Edgar Hänggi (23.01.21)

Eine multifunktionale Halle für die lokalen Vereine hätte er werden sollen – der Dom in Aesch. Lokale Kulturvereine, aber auch Sportvereine, die zu wenig oder keinen adäquaten Platz haben, hätten damit ihre infrastrukturellen Probleme gelöst. Einer dieser Vereine, die gerne in den Dom umgezogen wären, ist Sm’Aesch Pfeffingen. Zu wenige Zeitfenster stehen für den Volleyballverein momentan zur Verfügung. Die Löhrenackerhalle ist zudem für internationale Spiele bestimmter Kategorien nicht zugelassen. Eine mögliche Lösung stand mit dem Bau des Doms bereit, doch die Einwohner Aeschs haben etwas dagegen. Mit klaren 59 Prozent Nein-Stimmen wurde das Projekt am Sonntag abgelehnt.

«Natürlich habe ich das Resultat der Abstimmung angeschaut. Ich war etwas überrascht darüber», sagt Trainer Andi Vollmer dazu. Sm’Aesch-Captain Madlaina Matter findet:

«Ich habe das Resultat gesehen. Doch vor allem bin ich auf die kommende Saison fokussiert.»

Diese beginnt für Sm’Aesch, ungeachtet des Urnenentscheides, am Sonntag. Im Val de Travers wird sich das NLA-Volleyballteam mit Groupe E Valtra messen. Dabei wird sich zeigen, ob die Vorbereitung fruchtet und das Team erfolgreich ist.

Die Vorbereitung war kürzer als sonst

Diese Vorbereitung war nicht so wie bis anhin, standen doch im Sommer drei Spielerinnen für die Schweiz und eine für Schweden an der Europameisterschaft im Einsatz. So kommt es, dass das Team nicht die Anzahl Trainingseinheiten und Testspiele absolviert hat wie in den Saisons zuvor.

«Wir haben gerade mal drei Wochen gemeinsam trainiert und haben dazu noch die Testspiele gemacht. Das ist natürlich extrem wenig»,

sagt Andi Vollmer. Diese Vorbereitungsspiele fanden in Frankreich, Deutschland und der Schweiz statt. In Nancy und Schaffhausen konnten die Spiele bereits wieder vor Publikum stattfinden. In Deutschland jedoch noch nicht.

Die Spielerinnen sammelten in der Vorbereitung viele Erfahrungen. Eine dieser Erfahrungen spielte sich in Wiesbaden ab.

«Die Gegnerinnen hatten so viele Verletzte, dass wir ihnen eine unserer Passeusen geben mussten, damit das Spiel überhaupt beendet werden konnte»,

erzählt Matter. Die vorhandenen Defizite aus der kurzen Vorbereitung müssen schnellstmöglich ausgeglichen und die neuen Spielerinnen ins Team integriert werden. Denn das Team will Titel gewinnen und dafür muss es von Anfang an bereit sein. Die anderen Teams in der Liga sind ebenfalls ambitioniert.

«Es gibt keine Übermannschaft, wie früher Volero Zürich, die unantastbar ist», sagt der Trainer. «Neuenburg hat das Team verstärkt, Schaffhausen oder Düdingen haben wohl eher Federn gelassen», fährt er fort. Eine wichtige Spielerin wird dabei Sarah Van Rooij. Der Neuzugang aus Cheseaux ist eine erfahrene Spielerin und unterstützt das Team charakterlich. «Sie weiss, wie Volleyball funktioniert», lobt Vollmer seine Aussenangreiferin. Eine weitere Spielerin, die dem Team auf dem Feld hilft, ist An Saita. Die immer lachende und sehr spielstarke Japanerin reisst ihre Mitspielerinnen regelmässig mit.

«Unsere Stärke ist jedoch wieder die Breite im Kader»,

sagt Trainer Vollmer. Er weist darauf hin, dass die neuen Spielerinnen zuerst ihre Rollen und Funktionen im Team finden müssen.

Wie und ob das funktioniert, wird sich in den ersten Spielen der Saison zeigen. Neben Van Rooij sind Jaidyn Blanchfield, Meline Pierret, Tabea Eichler, Marie-Alex Bélanger, Vilma Andersson und Martina Koch neu im Team der Baselbieterinnen. Im Trainerteam kam es ebenfalls zu Anpassungen. Neben Headcoach Andi Vollmer ist weiterhin Alex Stravs für die Athletik zuständig. Als Assistenztrainer kommt vom griechischen Topklub Olympiakos der Grieche Yiorgos Somponis dazu.

Es sollen Titel her und in Europa überzeugt werden

Letztes Jahr reichte es zu Beginn der Saison zum Supercup-Sieg. Das ist Trainer Vollmer nicht genug. «Jeder, der mich kennt, weiss, dass ich total leistungsorientiert bin und immer gewinnen will», sagt er. Vor allem will er dem Co-Präsidenten Matthias Preiswerk als Dank für sein Engagement einen Pokal schenken. «Er gibt uns viel Rückendeckung und lässt uns arbeiten. Das ist toll.» Um einen möglichen Titel gebührend zu feiern, braucht es Fans. Und genau diese möchte Sm’Aesch so zahlreich wie möglich in der Halle haben. «Mit Zuschauern ist es eben anders zu spielen», sagt Vollmer.

Team für die Saison 2021/22

Tarah Wylie, Jaidyn Blanchfield, Mélanie Pierret, Madlaina Matter, An Saita, Tabea Eichler, Marie-Alex Bélanger, Vilma Andersson, Sarah Van Rooij, Livia Saladin, Madison Duello, Martina Koch

Trainer: Andi Vollmer. Yiorgos Somponis, Alex Stravs

Die ersten Spiele:

03.10.21 18:00 Uhr: Groupe E Valtra (A)

09.10.21 18:30 Uhr: Volley Lugano (H)

16.10.21 15:00 Uhr: Genève Volley (A)

20.10.21 20:00 Uhr: VBC Cheseaux (H)

24.10.21 16:30 Uhr: Volley Toggenburg (A)

30.10.21 18:30 Uhr: NUC (H)

Die Heimspiele vom Sm’Aesch sollen die Zuschauer mit Zertifikat frei von anderen Auflagen besuchen können. Zusätzlich werden regionale Vereine eingeladen, um ihre Vorbilder live zu sehen. Damit das Spiel in Erinnerung bleibt, hat Sm’Aesch einen eigenen «Sm’Aesch Dog» entworfen und schenkt am ersten Heimspiel sogar gratis Bier aus.

International will Sm’Aesch dieses Jahr ebenfalls wieder spielen. Wer der Gegner ist, bleibt noch offen. Klar ist jedoch, dass die Erleichterung und Anpassung an die international geforderten infrastrukturellen Standards, die der Dom garantiert hätte, nicht eintreten werden. Das Stimmvolk war dagegen. Doch der Verein lässt sich davon nicht entmutigen und geht den eingeschlagenen Weg weiter.

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