Volleyball
Vor dem Rückspiel gegen Lugoj: Warum sich der Europacup für Sm'Aesch erst ab dem Halbfinale finanziell lohnt

Sm’Aesch-Geschäftsführer Fabio Back spricht vor dem Entscheidungs-Spiel gegen Lugoj am Donnerstag (20 Uhr, Löhrenacker) über Sinn und Unsinn des Europacups im Volleyball.

Jakob Weber
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Die Spielerinnen von Sm'Aesch Pfeffingen freuen sich auf die internationalen Spiele, die Vereinskasse nicht.

Die Spielerinnen von Sm'Aesch Pfeffingen freuen sich auf die internationalen Spiele, die Vereinskasse nicht.

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Die Europacup-Regularien im Volleyball sind kompliziert und kurios. Es gibt wie neuerdings auch im Fussball schon länger drei Wettbewerbe. Die Champions League, den CEV Cup und den CEV Challenge Cup. Fünf Schweizer Teams sind fürs internationale Geschäft qualifiziert, doch für welchen Wettbewerb man sich meldet, ist den Vereinen selbst überlassen.

Sm’Aesch Pfeffingen hätte sich als Dritter der abgelaufenen Saison auch für den zweitklassigen CEV-Cup melden können. Doch wie schon vor zwei Jahren spielt man lieber drittklassig. Das Hauptproblem liegt in der Hallensituation. Im CEV-Cup müsste Sm’Aesch wegen der strengeren Auflagen des europäischen Verbands im Rankhof oder im Joggeli spielen. Doch das kostet Miete und deswegen hat Sm’Aesch «wenig Effort» betrieben, um CEV-Cup spielen zu können, wie Geschäftsführer Fabio Back sagt.

Sm'Aesch-Geschäftsführer Fabio Back: «Solche Reisen schweissen das Team zusammen. Und die Erfahrung gegen internationale Gegner bringt die Spielerinnen auch sportlich weiter.»

Sm'Aesch-Geschäftsführer Fabio Back: «Solche Reisen schweissen das Team zusammen. Und die Erfahrung gegen internationale Gegner bringt die Spielerinnen auch sportlich weiter.»

Sm'Aesch Pfeffingen

Der Unterschied zwischen den beiden Wettbewerben ist auch sportlich nicht gross. Und ein Minusgeschäft sind die Europacup-Abenteuer für Sm’Aesch sowieso. Durch zusätzliche Hallenmieten soll das Defizit nicht noch grösser werden. 10000 bis 15000 Franken kostet Sm’Aesch eine Europacup-Runde, je nach dem wie weit die Reise für die rund 20-köpfige Delegation ist. Ein Grossteil kommt über Sponsoren oder kantonale Fördergelder wieder rein. Doch Geld verdienen lässt sich im internationalen Geschäft für Schweizer Spitzenvolleyballerinnen nicht. Zumindest nicht sofort. Erst ab der Qualifikation für das Viertelfinale gibt es Prämien. 10'000 Euro im Challenge Cup, 15'000 Euro im CEV-Cup. Selbst ein Titelgewinn würde nur 50'000 respektive 80'000 Euro bringen. Doch bis dahin müsste Sm’Aesch sechs Runden überstehen und sechs Auswärtsreisen zahlen. Finanziell lohnt sich die Teilnahme also erst ab einer Halbfinal-Qualifikation.

Back steht dem Europacup trotzdem positiv gegenüber: «Solche Reisen schweissen das Team zusammen. Und die Erfahrung gegen internationale Gegner bringt die Spielerinnen auch sportlich weiter», sagt er. Die Herzlichkeit, mit der Sm’Aesch trotz der sportlichen Rivalität vergangene Woche im rumänischen Lugoj empfangen wurde (inklusive Flughafen-Empfang, Gastgeschenk und Grappa-Einladung), entschädigt für den organisatorischen Mehraufwand, den der Europacup mit sich bringt. Und noch wichtiger: Durch die kostspieligen Klassenfahrten ins Ausland wächst das Team enger zusammen. Nach dem Erlebten – knappe 2:3-Niederlage und schmerzhafter Ausfall der am Kreuzband verletzten Mittelblockerin Tarah Wylie – trat das Team am vergangenen Wochenende in der Liga gegen Düdingen deutlich geschlossener auf und gewann auch mit nur einer nominellen Mittelblockerin.

Gerne würde Sm’Aesch auch im Dezember noch international spielen. Dafür braucht es am Donnerstag ab 20 Uhr vor möglichst vielen Fans im heimischen Löhrenacker einen Sieg (bei 3:2 mit Golden Set). Dann ginge die Reise im Achtelfinale ins etwas näher gelegene Österreich. Das wäre dann etwas weniger schlecht für die Kasse, aber genauso gut fürs Team.

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