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Wacker-Thun-Trainer sagt: «Ich traue Kriens den Handballtitel zu»

Martin Rubin will sich gegen Kriens kräftig wehren.

Martin Rubin will sich gegen Kriens kräftig wehren.

Der HC Kriens-Luzern reist heute (17.00) zu Wacker Thun. Deren Trainer, Martin Rubin, sieht sein Team nicht in der Favoritenrolle.

Zwei, die drei Jahrzehnte lang den Schweizer Handball prägten: Hier Martin Rubin (56). 239 Länderspiele, 878 Tore. Rang drei in der ewigen NLA-Torschützenliste: 2172 Treffer, 4,9 pro Spiel. Als Trainer je zweimal Meister und Cupsieger mit Wacker Thun.

Da Goran Perkovac (58), als Captain Olympiasieger mit Kroatien (1996). Als überragender Linksaufbauer Meister mit Borba Luzern (1993) und zwei Mal mit Suhr. Bester NLA-Torjäger aller Zeiten (2637 Treffer/Durchschnitt pro Partie 7,3). In der Cheftrainer-Funktion Meister mit Pfadi Winterthur und Schaffhausen.

Und bald mit Kriens-Luzern? Martin Rubin, seit 14 Jahren der Headcoach von Wacker Thun, ist ein besonnener Mann, klug und abwägend in seinem Wort, ehrlich. «Ja, ich traue Kriens dieses Jahr den Titel zu», sagt er ohne Umschweife, «der Verein hat in den letzten Jahren gute Basisarbeit geleistet und mit Goran vielleicht den richtigen Trainer für den Sprung ganz nach vorne gefunden. Sie haben mich in dieser Saison überzeugt.»

Es läuft nicht nach Wunsch bei Thun

Thun ist diese Saison noch nicht in die Gänge gekommen. Nur 7 Zähler in 9 Partien, Stillstand im hinteren Ranglistendrittel: «Das ist nun wirklich nicht das, was wir uns vorgestellt haben», gesteht der 239-fache Internationale – und deutet in seiner Analyse auch einen gewissen Erklärungsnotstand an. «Es sind die vielen Verletzten. Das ist Pech. Es ist die Tatsache, dass uns in der Vorbereitung starke Testpartner wegen Corona abgesprungen sind. Das ist auch Pech.» Aber das erkläre nicht alles: «Wir sind im Spiel nicht parat», im Kopf laufe nicht das ab, was der Spielwitz und die Muskeln eigentlich versprechen: «Unser Selbstvertrauen ist sicher nicht ganz intakt. Daran müssen wir arbeiten.»

Martin Rubin, der Vater des Bundesliga-Stars Lenny Rubin (Wetzlar), nimmt auch seine beiden Innerschweizer im Team nicht aus der Verantwortung. Lukas von Deschwanden, der Urner, habe nach drei Profijahren in Deutschland und Frankreich Mühe mit der Umstellung: «Er ist Papa geworden, muss auch mal das Baby hüten, trägt nun auch neue familiäre Verantwortungen.» Und Nicolas Raemy, der Buchrainer: «Er ist ein absolutes Ausnahmetalent – wenn fit, dann Weltklasse.» Nur: Der Rechtsaufbauer zieht viele verletzungsbedingte Pausen ein. Früher sei Nicolas eher ein Lebemann gewesen, doch jetzt mache er alles richtig, sei der Kraftkeller zu seiner zweiten Heimat geworden: «Das ihn diese Anstrengungen nicht belohnen, das ist traurig», sagt Rubin.

Corona macht Rücktritt rückgängig

Eigentlich könnte sich Martin Rubin zurücklehnen, so unglaublich viel hat er für Wacker Thun geleistet. Jenen Verein, der aus seinem eher bescheidenen finanziellen Background – sagen wir mal zusammen mit Kriens – so viel herauswürgt wie sonst keiner. Und die handballerische Zukunft ist ebenfalls schon in Stein gemeisselt. Für zwei Jahre hat der Grand Seigneur der Schweizer Trainergilde bei Bern-Muri eine neue Herausforderung angenommen. «Anfang Jahr», erzählt er, «war mein Entscheid gefällt: Stopp mit Handball. Dann kamen Corona und der Lockdown. Und ich habe gespürt, wie sehr mir der Sport fehlt. Jetzt will ich mit Bern noch etwas erreichen.»

Zuvor aber heute noch mit Wacker Thun: «Wir sind gegen dieses starke Kriens natürlich nicht der Favorit. Aber wir werden uns kräftig wehren.»

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