French Open

Wawrinka mit Arbeitssieg zum Auftakt: «Ich muss die Maschine erst wieder in Gang bringen»

Stan Wawrinka setzt sich in der 1. Runde des French Open ohne zu brillieren, aber letztlich ungefährdet 6:2, 7:6 (8:6), 6:3 gegen den Qualifikanten Jozef Kovalik (ATP 152) durch und wehrt dabei drei Satzbälle ab.

Stan Wawrinka hat in den letzten Nächten nicht viel geschlafen. Jedenfalls nicht mehr als üblich und nie mehr als neun Stunden, obwohl er in der vergangenen Woche noch an vier Tagen in Folge beim Heimturnier in Genf spielte, wo er seinen Titel verteidigte, und noch am Samstagabend nach Paris reiste. «Ich bin kein grosser Schläfer», sagt er nach dem 6:2, 7:6 (8:6), 6:3 gegen den slowakischen Qualifikanten Jozef Kovalik (24, ATP 152) zum Auftakt der French Open. Im Schnitt schlafe er sieben Stunden, «neun, wenn ich sehr müde bin», sagt der Romand mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Die erste Partie sei nicht einfach gewesen nach der kurzen Pause und der späten Anreise aus Genf. Im ersten Spiel habe er nur einen Gedanken: gewinne. «Ich muss die Maschine erst wieder in Betrieb nehmen», kreiert er eine Analogie, die so gut auf ihn zutrifft. Wäre er selber eine Maschine, es wäre am ehesten eine Lokomotive, die mit Diesel betrieben wird, weil er oft mühevoll in ein Turnier startet, aber kaum aufzuhalten ist, wenn er Fahrt aufgenommen hat. Das Justieren im Maschinenraum, es wirkt.

Drei abgewehrte Satzbälle

Vor einem Jahr hatte er in der ersten Runde gegen Lukas Rosol fünf Sätze benötigt und schaffte es danach doch noch bis in die Halbfinals. Dass er früh im Turnier einen Härtetest brauche, bestreitet er. Und doch gibt es auch im Spiel gegen Kovalik, der noch nie eine Partie im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers gewonnen hat, Höhen und Tiefen. Diesmal wehrt Wawrinka im Tiebreak des zweiten Durchgangs mit fünf Punkten in Folge drei Satzbälle ab. Es ist das einzige Mal, dass der Romand die Nerven seiner Box, in der auch Roger Federers Trainer Severin Lüthi sitzt, strapaziert.

Das dürfte sich in der zweiten Runde, in der er auf Alexander Dolgopolow (28, ATP 89) trifft, ändern. Dreimal hat sich Wawrinka mit dem Ukrainer gemessen und dabei zweimal verloren. Dolgopolow, einst die Nummer 13 der Welt, hat im Februar in Buenos Aires seinen dritten Titel gewonnen, den ersten seit fünf Jahren. Zuletzt fehlte er wegen einer Beinverletzung.

Obwohl das letzte Duell in Miami bereits drei Jahre zurückliegt, weiss Wawrinka, mit welchen Mitteln Dolgopolow ihn auf die Probe stellen wird. «Sein Spiel ist unvorhersehbar, er variiert und spielt sehr kreativ. Du weisst nie, was dich erwartet. Seine grösste Stärke ist sein schneller Arm, dazu hat er auch noch einen guten Aufschlag», analysiert Wawrinka die Stärken des dreifachen Turniersiegers. Er wolle das Spiel diktieren. Nicht nur, um die Punkte kurz zu halten, sondern auch, um Dolgopolow zum Nachdenken zu bringen.

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