Weltklasse-Beachvolleyball in den Schweizer Alpen - was im Jahr 2000 als eher verrückte Idee begann, hat sich mittlerweile mehr als etabliert und feiert dieses Jahr das 20-Jahr-Jubiläum. Das Turnier im Berner Oberland ist seit 20 Jahren der einzige Fixpunkt im internationalen Beachvolleyball-Kalender und in diesem Jahr eines von nur zwei Turnieren der höchsten Kategorie.

Dass der Event auch bei den Spielerinnen und Spielern aus aller Welt äusserst beliebt ist, liegt nicht nur an der für diese Sportart einzigartigen Kulisse in den Bergen, sondern auch an den Organisatoren um OK-Präsident Ruedi Kunz. Er und seine grösstenteils langjährigen Mitarbeiter verantworten den Anlass seit der ersten Austragung und sorgen seit Jahren für eine perfekte Organisation.

Das Turnier, 2007 gar als WM durchgeführt, lockte in der Vergangenheit selbst dann Tausende von Zuschauern an, wenn den Schweizer Duos keine Topleistungen gelangen. Dennoch hilft es Kunz und seinem Team, wenn die Schweizer oder wie in den letzten Jahren die Schweizerinnen die Möglichkeit haben, um die Podestplätze zu spielen. Weil die Weltelite meist geschlossen am Start steht, sind Top-Ergebnisse für die Athleten von Swiss Volley aber ein schwieriges Unterfangen. Letztmals stand 2012 ein Schweizer Duo (Simone Kuhn/Nadine Zumkehr) auf dem Podest (3.).

Gelingt Betschart/Hüberli die Bestätigung?

Auch in dieser Saison sah es lange nicht danach aus, als könnte ein Schweizer Team in Gstaad in die finale Phase vorstossen; zu durchschnittlich spielten sie auf der Wold Tour auf. Doch ausgerechnet letzte Woche an der WM in Hamburg, dem wichtigsten Turnier des Jahres, gelang Nina Betschart/Tanja Hüberli ein Exploit. Der 4. WM-Rang ist nicht nur das mit Abstand wertvollste Schweizer Ergebnis der Saison und das beste WM-Resultat eines Schweizer Frauen-Teams aller Zeiten, sondern auch beste Werbung für das Heimturnier in Gstaad.

Die Schlagzeilen gehörten in den letzten Jahren (nicht nur in Gstaad) meistens Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré. Betschart/Hüberli stahlen dem vermeintlichen Parade-Duo aber nun schon wieder die Show, nachdem sie letztes Jahr bereits mit einer Silbermedaille von der EM zurückgekehrt waren. Nun richtet sich der Fokus auch am Heimturnier erstmals auf die beiden Zentralschweizerinnen.

Kommen sie an die Leistungen der Vorwoche heran und mit dem zusätzlichen Rummel zurecht, dann dürfen Betschart und Hüberli auch in Gstaad mit einem Spitzenplatz rechnen. In Hamburg zeigten zudem auch Heidrich/Vergé-Dépré klar aufsteigende Tendenz (9. Rang). Nach der Verletzungspause von Heidrich im Herbst musste das Duo diesen Frühling um den Anschluss an die besten Teams kämpfen. Nun scheinen die Zürcherin und die Bernerin die Form langsam wieder zu finden.

Angeführt von den beiden Topteams bei den Frauen dürfen in Gstaad insgesamt sechs Schweizer Duos (je drei bei den Männern und Frauen) im Hauptturnier antreten. Weitere Startplätze für die am Mittwoch beginnende Gruppenphase können die Vertreter von Swiss Volley in der Qualifikation vom Dienstag ergattern.