Dustin Johnson ist jener Golfprofi, der vor einem Monat am US Open in Chambers Bay auf dem letzten Green den sicher scheinenden Triumph mit drei Putts aus den Händen gab. Zuletzt jubelte sein Landsmann Jordan Spieth, der jetzt in dieser Woche an Schottlands Ostküste die Chance hat, nach dem US Masters und dem US Open auch das dritte Majortunier des Jahres zu gewinnen. Gestern Abend zu später Stunde lag Spieth fünf Schläge hinter Johnson und befand sich somit in einer aussichtsreichen Position.

In der Spitzengruppe haben sich unter anderen Danny Willett und Marc Warren festgesetzt. Beide gehören der modernen, aufstrebenden Generation britischer Golfer an. Und beide stehen im Teilnehmerfeld des Omega European Masters von nächster Woche in Crans-Montana.

Der 34-jährige Schotte Warren erlebte vor fast zehn Jahren einen rasanten Aufstieg. Er wurde 2006 als Rookie des Jahres gewählt und gewann früh in der Profikarriere zwei Turniere der Europa-PGA-Tour. Nach einer längeren Durststrecke siegte er 2014 zum dritten Mal. In der laufenden Saison belegt er den 14. Platz im Ranking des europäischen Circuits.

Noch etwas stärker als Warren ist Danny Willett einzuschätzen. Der 27-jährige Engländer ist derzeit Europas Nummer 2, übertroffen nur von der Weltnummer 1 Rory McIlroy. Mit wenigen Ausnahmen hat er in dieser Saison erstklassige Resultate abgeliefert; letzten Dezember siegte er im südafrikanischen Sun City. Am hochdotierten WGC-Matchplayturnier in San Francisco erreichte er die Halbfinals und setzte sich danach im Match um Platz 3 gegen den früheren US-Open-Gewinner Jim Furyk durch.

Der 14-malige Majorturnier-Sieger und dreifache British-Open-Champion Tiger Woods konnte sich nach seiner miserablen Auftaktrunde (76 Schläge) nicht verbessern und blieb bis zum Unterbruch der Runde im hintersten Teil des Klassements.