Jérémy Desplanches schlug in Südkorea über 200 m Lagen in 1:56,56 und damit abermals mit Schweizer Rekord an. Bereits im Halbfinal tags zuvor - als er die Bestzeit aller Teilnehmer geschwommen war - hatte er seine zuvor zwei Jahre alte Bestleistung auf 1:56,73 gesenkt.

Der Sieg in Gwangju ging in 1:56,14 an den Japaner Daiya Seto. Dritter wurde der amerikanische Titelverteidiger Chase Kalisz (1:56,78), der am Ende stark aufkam. Auch der Deutsche Philip Heintz (4.), der Brite Duncan Scott (5.) und der Chinese Wang Shun (6.) blieben unter der 1:57er-Marke. Enttäuschend hingegen das Abschneiden des nur siebtklassierten Australiers Mitchell Larkin, der mit der Saisonbestzeit über die kürzere Lagen-Distanz nach Südkorea angereist war.

Desplanches nach 50 m Erster

Seto hatte auf der zweiten Bahnlänge die Führung vom schnell gestarteten Desplanches übernommen. Danach lieferten sich der Asiate und der Schweizer ein Kopf-an-Kopf-Rennen - mit dem besseren Ende für Seto. Doch Desplanches, im letzten August in Glasgow als erster männlicher Schwimmer aus der Schweiz Europameister geworden, störte dies keineswegs. Auch die Silbermedaille hat aus Schweizer Sicht eine historische Dimension.

Desplanches ist erst der vierte Schweizer Schwimmer, der an seit 1973 stattfindenden Weltmeisterschaften die Top 3 im 50-m-Becken erreicht. Zuvor gelang dies nur der Tessinerin Flavia Rigamonti mit dreimal Silber über 1500 m Crawl (2001, 2005, 2007), sowie 1986 den Genfern Dano Halsall mit Silber und Marie-Thérèse Armentero mit Bronze jeweils über die damals noch nicht-olympischen 50 m Crawl.

Die bislang einzige WM-Goldmedaille für Swiss Swimming überhaupt gab es 2011 im Langstreckenschwimmen. Damals in Schanghai schwamm Swann Oberson - auch sie eine Genferin - im offenen Gewässer vor der chinesischen Metropole über die nicht-olympischen 5 km zu Gold.