Am Tag danach publizierte der "Blick" Brisantes: Johan Vonlanthen (23) denke an den Rücktritt.

Der kaum vorstellbaren Geschichte folgt noch am Mittwoch das Dementi des Vereins. Und der Klub lässt eine persönliche Stellungnahme von Vonlanthen verbreiten. "Ich stand zu keinem Zeitpunkt vor einem Rücktritt", betont der Spieler, gibt aber zu: "Ich Moment beschäftigen mich persönliche Probleme. Dadurch waren meine Trainingsleistungen in den letzten Tagen ungenügend."

Gegen Milan sass der Nationalspieler bis zur 74. Minute nur auf der Ersatzbank. Offenbar nicht ohne Grund. In den Stunden vor der letzten Partie in der Champions League spielten sich hinter den FCZ-Kulissen dem Vernehmen nach hektische Szenen ab.

Fredy Bickel wies eine entsprechende Meldung, Vonlanthen hätte vor einer überstürzten Abreise abgehalten werden müssen, allerdings vehement zurück: "Diese Geschichte stimmt nicht und ist erlogen!" Niemand habe Vonlanthen stoppen müssen. "Dass er den Klub verlassen wollte, ist völlig falsch", wiederholte Bickel mehrfach.

Die Jokerrolle gegen Milan hatte gemäss Bickel rein sportliche Gründe. Zumindest Fragen warf sie dennoch auf. Anders ist auch das aufgesetzte Schreiben des Spielers nicht zu deuten.

Ob die rätselhaften Probleme Vonlanthens finanziell oder familiär bedingt oder tatsächlich religiöser Natur sind, ist nach wie vor unklar. In den kommenden Tagen ist auf medialer Ebene mit weiteren Details dieser kuriosen Geschichte zu rechnen. Im Hinblick auf die WM in Südafrika ist diese "Affäre" den Chancen Vonlanthens zweifelsfrei nicht zuträglich.