Der 35-jährige Turiner spielte am Wochenende als einziger Golfer der Spitzengruppe zwei Runden unter der Marke von 70 Schlägen. Die nach drei Runden gemeinsam führenden Amerikaner Xander Schauffele, Kevin Kisner und - als Vorjahressieger und Favorit gestartet - Jordan Spieth erlebten dagegen schwere Rückschläge. Sie benötigten in der Schlussrunde 74 respektive 76 Schläge, sodass Molinari mit seinem abschliessenden 69er-Umgang einen Vorsprung von zwei und mehr Schlägen herausholte.

Tiger Woods kam in der Schlussrunde nahe an seinen 15. Triumph an einem Majorturnier heran, den ersten an einem Britisch Open seit zwölf Jahren. Nach einem furiosen Start mit zwei frühen Birdies lag der 42-jährigen Superstar in seiner ersten British-Open-Teilnahme seit 2015 zeitweilig sogar an der Spitze. Drei Schlagverlusten an den Löchern 11 und 12 warfen ihn zurück. Den neuerlichen Rückstand konnte er nicht mehr wettmachen. Woods schloss das älteste Golfturnier der Welt jedoch im vorzüglichen 6. Rang ab. Das gute Abschneiden kann ihm für das letzte Majorturnier des Jahres, die US PGA Championship in St. Louis im Bundesstaat Missouri, Auftrieb geben.

Der Sieg eines Italieners am British Open ist eine Sensation. Dennoch war Francesco Molinari die tolle Leistung zugetraut worden. Bis heute hat er fünfmal auf dem europäischen Circuit gewonnen. Seit einiger Zeit spielt er vorwiegend auf der lukrativen US PGA Tour. Dort gelang ihm erst Anfang Juli dieses Jahres in Potomac im Bundesstaat Maryland der erste Sieg.