Als Aesch-Pfeffingen Mitte des ersten Satzes in Führung ging und einen Fünfpunkte-Rückstand wettgemacht hatte, schien es, als könnten sich die Baselbieterinnen in diese Serie zurückkämpfen, als könnten sie ein Entscheidungsspiel um den Meistertitel am Freitag erzwingen. Doch dieses rückte mit fortwährender Spieldauer in die Ferne. Mit fünf Punkten in Folge schufen die Neuenburgerinnen im ersten Durchgang eine entscheidende Differenz auf dem Weg zum 25:21. So nahe beieinander sollten die beiden Teams an diesem Abend nur noch selten liegen. Méline Pierret übernahm den Service im zweiten Satz beim Stand von 11:8, als sie ihn abgab, führte ihr Team 22:8. Sechs Punkte dieser eindrücklichen Serie steuerte die Passeuse direkt mit dem Aufschlag bei. Wenig später war das 25:13 Tatsache.

Im dritten Satz schaffte die Equipe von Lauren Bertolacci gar eine noch längere Serie ohne Punktverlust. Aesch-Pfeffingen führte 10:9 als Kyra Holt den Service übernahm. Die Amerikanerin hatte in den drei vorangehenden Partien mit Abstand am meisten Punkte erzielt (63), und sie stellte die Baselbieterinnen mit ihren harten und präzisen Services vor Probleme. Und mit jedem schwand in der Equipe von Andy Vollmer der Glaube an eine Wende noch mehr. Sagenhafte 15 Punkte gelangen NUC in Folge. Nach 70 Minuten verwertete Topskorerin Tia Scambray den zweiten Matchball zum 25:11 und verwandelte die Halle de Sport de la Riveraine in eine Festhütte.

Von Null zum Double

Vor der Saison war nur klar, dass im Schweizer Frauen-Volleyball nach der Abwanderung des langjährigen Dominators Volero Zürich nach Südfrankreich neue Titelgewinner gesucht werden. Zum Favoritenkreis gehörten mit - in alphabetischer Reihenfolge - Aesch-Pfeffingen, Düdingen, dem Neuchâtel UC und Kanti Schaffhausen vier ähnlich stark eingestufte Teams.

Mit dem Gewinn des Supercups bestätigte der Neuchâtel UC schon früh seine Ambitionen auf den Gewinn mindestens eines (weiteren) Titels. In der Qualifikation gingen zwar gegen die aussichtsreichsten Konkurrenten jeweils zwei der drei Direktbegegnungen verloren, aber die Formkurve zeigte stetig nach oben.

Mit 3:1-Erfolgen in Schaffhausen und im Final gegen Aesch-Pfeffingen glückte in der Folge der vielbejubelte erste Cupsieg, und in der Meisterschaft resultierte gegen Lugano und Qualifikationssieger Düdingen der Vorstoss in den Playoff-Final sogar ohne Satzverlust. Der Start in diese Best-of-5-Serie mit wiederum Aesch-Pfeffingen als Gegner missriet mit einer 1:3-Auswärtsniederlage zwar, dank der Replik mit drei Siegen in Folge wurde dann der erste Meistertitel sowie ebenfalls das erste Double - erfreulicherweise vor eigenem Publikum - schliesslich doch noch Tatsache.