Rundum zufrieden sei er, sagte OK-Präsident Heinz Tännler am späten Samstagnachmittag nach den letzten Zweikämpfen vor den Medien. Voller Stolz, auch voller Erleichterung, dass die ersten beiden Tage des Eidgenössischen Schwingfests in Zug bisher reibungslos über die Bühne gingen. So lange plangte man schliesslich auf diesen Event.

Nach dem Fahnenempfang und dem Festumzug am Freitagnachmittag mit gegen 60'000 Zuschauerinnen und Zuschauern und einer ersten Partynacht, die ohne grossen Zwischenfälle bis in die frühen Morgenstunden dauerte, war für die Schwingfans am Samstagmorgen nicht etwa Ausschlafen angesagt. Tagwache war (für Schwinger gewohnt) früh.

So marschierten die Schwinger bereits um 7.30 Uhr zu Musik in die bis auf den letzten Platz ausverkaufte Arena. Frenetisch wurden sie von den über 56'000 Fans empfangen. Besonders laut wurde es im Stadtion bei den Innerschweizer Schwingern. Auch Bundespräsident Ueli Maurer liess sich das Anschwingen nicht entgehen. Kurz nach 8 Uhr hiess es dann: "Manne, ad Arbet!"

Um 10 Uhr wurden die Lebendpreise in der Arena präsentiert. Unter anderem Siegermuni Kolin, der am Sonntag dem Schwingerkönig übergeben wird. Während dieser seinen Auftritt gelassen anging, war er für Rind Greth offenbar eher stressig: Es büxte für einige Minuten aus.

Stimmung auch auf dem Festgelände

Wer sich kein Ticket ergattern konnte, die Stimmung in Zug aber trotzdem miterleben wollte, gesellte sich in eine der Public-Viewing-Zone und schaute sich die Zweikämpfe auf Grossleinwand an. Man fachsimpelte, stiess an, schon frühmorgens mit Bier oder Wein oder Kafischnaps und rauchte Krumme. Meistgesehenes Sujet war das Edelweisshemd in allen möglichen Variationen. Überall roch es nach Bratwürsten, Raclette und Älplermagronen.

Während es in den frühen Morgenstunden noch herbstlich kalt war und Hochnebel über dem Stadtion hing, lichtete sich der Himmel gegen Mittag, die Sonne zeigte sich, damit sich all jene, bei denen sich erste Müdigkeitserscheinungen bemerkbar machten, ein Nickerchen an einem mehr oder weniger ruhigen Ort gönnen konnte. Das Wetter war spätestens am Nachmittag so, wie man es sich für ein Eidgenössisches gewöhnt ist: Sonnig und heiss.

Die Stimmung im Stadtion stieg von Stunde zu Stunde. Nicht nur La-Ola-Wellen machten Runden in der Arena. Auch das Gerücht, der König von Tonga befinde sich unter den Zuschauern. OK-Präsident Heinz Tännler bestätigte die königliche Anwesenheit schliesslich an der Medienkonferenz und fügte an, dass auch Fürst Albert von Monaco in Zug eingetroffen sei und am Sonntag auf der Zuschauerbühne sitzen werde.

Anreise mit dem öV klappte

Das Organisationskomitee schätzt, dass am Samstag rund 150'000 Personen nach Zug pilgerten. "Wahrscheinlich werden wird die geschätzte Zahl von 350'000 bis 400'000 Besucher bis am Sonntagabend sogar übertreffen", sagte Tännler. Besonders gut funktionierte das Verkehrskonzept: Über 80 Prozent der Besucher reisten mit dem öffentlichen Verkehr an. Es mussten sogar noch Zusatzbusse organisiert werden.

Auch am Samstagabend steigt auf dem Festgelände eine Riesenparty. Verschiedene Konzerte stehen auf dem Programm. So etwa treten Manillo, Lo & Leduc oder Francine Jordi auf. Dass die Schwinger auch am Sonntag in der Früh in die Hosen steigen, wird die tausenden von Partygängern nicht daran hindern, erneut bis in die frühen Morgenstunden zu feiern.