Beachsoccer
Schirinzi: «Wir können noch viel erreichen»

Der 37-jährige Angelo Schirinzi hat die Beach-Soccer- Szene in der Schweiz aufgebaut und die Nati als Spielertrainer zu ihrem grössten Erfolg geführt.

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Aargauer Zeitung

Nadine Böni

Als «fast nicht fassbar» beschreibt Angelo Schirinzi, was er und seine Beach-Soccer-Nationalmannschaft im November erlebt haben. Anfang November - zehn Tage vor Turnierbeginn - reiste das Team um Spielertrainer Schirinzi nach Dubai.

Es folgte eine intensive Vorbereitung mit Testspielen zur Akklimatisierung. «Unser Ziel war der Halbfinal», sagt Schirinzi rückblickend. Dieses Ziel hat seine Mannschaft sogar übertroffen. Erst im Final wurde sie vom mehrfachen Beach-Soccer-Weltmeister Brasilien gestoppt. Trotzdem kamen die Schweizer nicht ohne Titel heim: Stürmer Dejan Stankovic wurde sowohl zum besten Torjäger des Turniers als auch zum weltbesten Spieler gewählt. Erfolge, die Angelo Schirinzi überrascht haben, aber auch «unglaublich happy» machen.

Wochen voller Emotionen

Von Sonne, Strand und Meer in Dubai ging es für die Nationalmannschaft Ende November in die kalte Schweiz zurück. «Ich war froh, nach den drei Wochen voller Emotionen in der Schweiz ein wenig Ruhe zu finden. Es war schön, die Kälte zu spüren.» Noch heute realisiert Angelo Schirinzi kaum, was er und seine Mannschaft erreicht haben: «Die Weltmeisterschaft wurde innerhalb einer Woche ausgetragen. Es ging alles so schnell.»

Schnell war auch der Aufstieg der Beach-Soccer-Nati in die Weltelite. Schliesslich gab es die Sportart noch vor rund zehn Jahren nicht in der Schweiz. «Ich habe immer schon Fussball gespielt. 1999 sah ich dann im Fernsehen ein Beach-Soccer-Turnier in Monaco. Ich sagte ich mir: Diesen Sport will ich in die Schweiz bringen», so Schirinzi. Gesagt, getan: An der BeachSoccer-Europameisterschaft 2001 auf Gran Canaria war die Schweiz zum ersten Mal an einem internationalen Turnier dabei. Damals bestand die Mannschaft noch grösstenteils aus ehemaligen Stars der Schweizer Fussballszene - unter anderen Dario Zuffi und Alain Sutter.

Zehn Jahre Geschichte

Später hat Schirinzi vermehrt auf junge Spieler gesetzt, die es im «richtigen» Fussball nicht ganz geschafft haben. Diese Taktik ist aufgegangen: Heute - nur rund zehn Jahre nach Schirinzis erster Begegnung mit der Sportart - ist die Schweizer Beach-Soccer-Nationalmannschaft also Vizeweltmeister und stellt ausserdem den weltbesten Spieler. Trotzdem fristet Beach Soccer in der Schweiz eine Existenz als Exoten-Sportart.

Trainingsmöglichkeiten in der Region sind rar. Am nächsten sind die Anlagen in Basel, wo auch Schirinzi mit seiner Mannschaft trainiert. «Dürftig», sagt Angelo Schirinzi. Vom Erfolg seiner Mannschaft erhofft sich Schirinzi allerdings keine Verbesserung dieser Situation: «Es passiert nur etwas, wenn wir etwas dafür tun. Das war schon immer so. Und wir werden weitermachen.»

Weitermachen wird Angelo Schirinzi auch als Spielertrainer der erfolgreichen Beach-Soccer-Nati. «Der Weg ist das Ziel. Wir können noch viel erreichen», ist Schirinzi überzeugt. Mit einem Augenzwinkern fügt er an: «Den Weltmeistertitel haben wir ja noch nicht.»