Die Schweizerinnen verkauften sich als krasser Aussenseiter gegen den Rekord-Welt- und -Europameister lange gut und teuer. Gegen Ende des ersten Satzes lag sogar eine Überraschung in der Luft, als sich das Team von Timo Lippuner beim Stand von 25:24 einen Satzball erspielte. Doch die Chance blieb ungenutzt. Xenia Staffelbach, die in der EM-Qualifikation im Januar der Schweiz mit einem Ass das Ticket für die Endrunde gesichert hatte, haute den Service ins Aus.

Für die jungen Schweizerinnen, die in der slowakischen Hauptstadt alle erstmals EM-Luft schnuppern, wäre es der erste Satzgewinn im Turnier gewesen. Es wäre der verdiente Lohn für einen über weite Strecken mutigen Auftritt gegen die meist dekorierte Volleyballnation der Welt gewesen, der so nicht hatte erwartet werden können.

Erst im dritten Satz, als die Russinnen Betriebstemperatur erreichten, wurde die Kluft zwischen dem 19-fachen Europameister, siebenmaligen Weltmeister und vierfachen Olympiasieger und der Schweiz offensichtlich. Zu hart waren dann die Schläge der Russinnen, zu hoch ihre Blocks.

Lippuner: "Die beste Motivationsspritze"

Lippuner zeigte sich sehr zufrieden mit dem Auftritt seines Teams. Dem Nationaltrainer war es gelungen, die Equipe nach dem 0:3 gegen Deutschland und die Slowakei wieder optimal auf die nächste grosse Herausforderung einzustellen. Trotz dem starken russischen Block, suchten die Schweizerinnen immer wieder frech den Weg durch die Mitte. So gelang es nicht nur den Schweizer Topangreiferinnen Maja Storck und Laura Künzler regelmässig zu punkten, sondern auch Madlaina Matter und Gabi Schottroff.

Lippuner sprach von "der besten Motivationsspritze für die nächsten Spiele" und dass sie nun "endlich den ersten Satzgewinn in diesem Turnier" wollen. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich den Schweizerinnen am Dienstag gegen Spanien.

Nach dem kräftezehrenden Startprogramm mit drei Spielen in den ersten drei Tagen steht am Montag erst mal ein Ruhetag im Programm. Am Donnerstag folgt dann zum Abschluss der Vorrunde das Duell mit Weissrussland. Im Direktduell dieser beiden Teams setzten sich die Spanierinnen am Sonntag 3:1 durch. Die Südeuropäerinnen befinden sich damit in der Pole-Position, einen der ersten vier Plätze in der Sechsergruppe und damit die Achtelfinals zu erreichen.