Handball

Suter: «Wir haben einiges in die Waagschale zu werfen»

Wichtiger Einsatz am Samstag: Trainer Michael Suter schwört seine Spieler auf das vorentscheidende Spiel gegen Nordmazedonien ein

Wichtiger Einsatz am Samstag: Trainer Michael Suter schwört seine Spieler auf das vorentscheidende Spiel gegen Nordmazedonien ein

Am Samstag empfangen die Schweizer Handballer in der EM-Qualifikation Nordmazedonien. Ein Sieg in Schaffhausen ist Pflicht. Trainer Michael Suter denkt aber auch schon viel weiter.

Zwar setzte es für die Schweizer am Donnerstagabend in Dänemark mit 26:31 die erwartete Auftakt-Niederlage ab, dennoch tankte die Mannschaft viel Moral, entschied sie doch die zweite Halbzeit (17:16) für sich. Das ist auswärts gegen den Olympiasieger und Weltmeister alles andere als selbstverständlich und unterstreicht, wie gut sich die Schweizer unter Suter entwickelt haben.

Da davon auszugehen ist, dass die Dänen das EM-Ticket lösen werden, gilt es für die SHV-Auswahl Nordmazedonien hinter sich zu lassen, um sicher an der EM-Endrunde 2022 in Ungarn und der Slowakei dabei zu sein - der dritte Gegner ist Finnland, das klarer Aussenseiter in der Gruppe 7 ist. Zwar qualifizieren sich auch vier der acht Drittklassierten, allerdings zählen in dieser Wertung nur die Punkte gegen die beiden Top-Teams der Gruppe. Somit können es sich die Schweizer kaum leisten, im Heimspiel gegen Nordmazedonien leer auszugehen. Dessen sind sich alle bewusst.

"Wir haben einiges in die Waagschale zu werfen am Samstag", ist Suter überzeugt. Wieder zur Verfügung steht ihm Nikola Portner. Der Keeper von Chambéry war zuletzt in Quarantäne und fehlte deshalb in Dänemark, er wurde nun jedoch negativ getestet, sodass einem Einsatz nichts im Weg steht. Einiges wird einmal mehr von Andy Schmid abhängen, der gegen Dänemark zehnmal erfolgreich war. Der 37-Jährige von den Rhein-Neckar Löwen ist vom Portal "handball-planet.com", das seit 2011 die besten Handballer des Jahres auszeichnet, als einer von drei Kandidaten als "Spielmacher des Jahrzehnts" nominiert worden - die anderen beiden sind Nikola Karabatic und Domagoj Duvnjak.

Suter bezeichnet die Osteuropäer als "routinierte, eingespielte und emotionale Mannschaft". An der diesjährigen EM klassierten sich die Nordmazedonier unmittelbar vor der SHV-Auswahl im 15. Rang. Der unbestrittene Star der Equipe ist Linkshänder Kiril Lazarov. Dieser ist zwar bereits 40 Jahre alt, über welche Klasse er aber immer noch verfügt, bewies er am vergangenen Mittwoch beim 33:24-Sieg gegen Finnland, als er elf Tore schoss.

Lazarov, der unter anderem für den FC Barcelona gespielt hat und aktuell bei Nantes tätig ist, erzielte an der WM 2009 sagenhafte 92 Treffer in neun Partien, womit er Rekordhalter ist. An der WM 2017 war er ebenfalls Torschützenkönig. Auch seine 61 Treffer an der EM 2012 bedeuteten bis zu diesem Jahr eine Bestmarke - diese hält nun Sander Sagosen (65). Es ist gut möglich, dass Lazarov nach dieser Saison die Karriere beenden wird, jedenfalls kündigte er das an.

Suters Fokus gilt nun selbstredend ganz der Partie gegen Nordmazedonien. Parallel zum Aktuellen baut er aber auch immer an der Zukunft des Schweizer Handballs. So ist er bereits daran, die nächste Generation zu entwickeln. Schliesslich will er für alles gewappnet sein, auch wenn die meisten Spieler noch jung sind und ihm noch lange zur Verfügung stehen dürften. "Wir denken langfristig, es ist ein laufender Prozess", sagt Suter. "Das Gerüst der Mannschaft ist breiter gefasst als an der EM im Januar. Es gibt sehr gute Entwicklungen."

Das ist auch notwendig, ist doch Stillstand bekanntlich mit Rückschritt gleichzusetzen. Ausserdem möchte die Schweiz zusammen mit Frankreich schon bald wieder eine EM durchführen - 2026 oder 2028. Das ist aber vorerst Zukunftsmusik, zuerst einmal sind nun zwei Punkte gegen Nordmazedonien gefragt.

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