Als Schalke-Anhänger hat man es derzeit wahrlich nicht leicht. Wobei: was heisst derzeit? Eigentlich ist es ja ein Dauerleiden, wenn man sein Herz an diesen Klub verloren hat. Momentan wird die Leidensfähigkeit mal wieder aufs extremste getestet. In der Bundesliga geht der bange Blick inzwischen in Richtung Tabellenende.

Dass S04 im März immer noch Teilnehmer der Champions League war, liest sich schon fast wie ein schlechter Witz. Nun: ein miserabler Witz war auch, wie die Mannschaft letztlich von Manchester City in ihre Einzelteile zerlegt wurde. Dieses 0:7 zeigt den aktuellen Stand der Dinge auf Schalke schonungslos auf. Die Mannschaft liegt in Trümmern.

Da tut es gut, wenn der Sohnemann (8), den man dummerweise mit dem Schalke-Virus infiziert hat, auch in Zeiten von Ronaldo- und Messi-Mania ermutigende Anzeichen der Leidensfähigkeit zeigt. Folgendes Gespräch am Frühstückstisch trug sich am Morgen nach dem Untergang in Manchester zu:

Sohn: Wie ist das Spiel gestern ausgegangen?

Ich: Das willst Du nicht wissen…

Sohn: Haben sie verloren?

Ich: ….

Sohn: Wie viel? 0:3? 0:2? 0:1?

Ich: Versuchs mal in die andere Richtung.

Sohn: 0:4?

Ich: (Kopfschütteln)

Sohn: 0:5?

Ich: (Kopfschütteln)

Sohn (seelenruhig): 0:6? 0:7?

Ich: Bingo!

Sohn (erstaunt): Was?

Ich (resigniert): Ja. Es ist ein Elend.

Sohn (gelassen): Ok. Macht nichts. Dortmund ist ja auch ausgeschieden.

Ich (lächelnd): Braver Bub!