Er war der überragende Mann beim erfolgreichen Schweizer WM-Auftakt - Ricardo Rodriguez.

Der 21-jährige linke Aussenverteidiger des VfL Wolfsburg bewies zum wiederholten Male seine grosse Qualität. Zu beiden Toren lieferte er den entscheidenden Pass.

«Die Nordwestschweiz» will an der Pressekonferenz in Porto Seguro von Rodriguez wissen: Welches Land hat die besten Aussenverteidiger an dieser WM?

Rodriguez antwortet nach kurzem Überlegen: «Die Schweiz!»

Eine mutige, aber nicht ganz unverständliche Antwort. Wahrscheinlich schaut für einmal sogar der grosse Nachbar Deutschland mit einem neidischen Auge auf die Schweiz. Jogi Löw lässt an der WM nämlich vier gelernte Innenverteidiger in der Abwehr spielen.

Ricardo Rodriguez rennt Torschütze Haris Seferovic nach

Ricardo Rodriguez rennt Torschütze Haris Seferovic nach

Partner Stephan Lichtsteiner sagt über Rodriguez: «Er hat eine ganz grosse Karriere vor sich.»

Als grössten Unterschied zwischen ihnen bezeichnen beiden den Fakt, dass Lichtsteiner mit Juventus Turin jeden dritten Tag ein grosses Spiel bestreiten muss.

«Die Erfahrung in der Champions League fehlt mir noch», sagt Rodriguez. «Dafür hat Rici herausragende stehende Bälle», sagt Lichtsteiner. «Davon haben wir gegen Ecuador wieder einmal profitiert.»

Im kommenden Spiel gegen Frankreich geht es für die Schweiz auch um den Gruppensieg. Es ist eine vielversprechende Ausgangslage.

Auf die Frage eines französischen Journalisten, ob die Schweiz diesen Gruppensieg nun mit aller Macht anstreben wolle, um einem Achtelfinal gegen Argentinien aus dem Weg zu gehen, sagt Lichtsteiner: «Wir schauen nur von Spiel zu Spiel. Aber diese Schweizer Mannschaft hat auch die Qualität, um gegen Argentinien zu gewinnen!»

Lichtsteiner denkt, die Wende gegen Ecuador vom 0:1 zum 2:1 könnte durchaus etwas auslösen. «Natürlich ist es einfacher, 4:0 zu gewinnen. Aber es ist nicht immer besser für den weiteren Turnierverlauf.»