Women's Super League
Die Klasse von Servette schlägt den Mut der Baslerinnen

Die FCB Frauen spielten am Sonntag gegen den amtierenden Meister und Champions-League-Teilnehmer Servette FC Chênois. Trotz einer mutigen Einstellung mussten sich die Baslerinnen mit 3:0 geschlagen geben.

Riccardo Ferraro
Drucken
Teilen
Kristina Sundov (hier gegen den FC Luzern) traf in der ersten Halbzeit nur die Latte.

Kristina Sundov (hier gegen den FC Luzern) traf in der ersten Halbzeit nur die Latte.

Georgios Kefalas / KEYSTONE

In der Tabelle der heimischen Liga befinden sich die FCB Frauen vor diesem Spiel auf Platz zwei und somit vor den Frauen des Servette FC Chênois. Dass das Team aus Genf jedoch grosses Potenzial hat und vielleicht auch wegen der Doppelbelastung aus Meisterschaft und Champions League auf dieser Position steht, war zu erahnen. Im Stade de la Fontanette musste das Team von Danique Stein beweisen, dass es mit den Genferinnen mithalten kann.

Es war sofort zu spüren, dass die Genferinnen die 7:0-Klatsche in der Champions League gegen Chelsea wiedergutmachen wollten. Bereits nach zwei Minuten kamen sie zu einem Eckball und einer Grosschance. Jade Boho Sayo konnte diese jedoch nicht verwerten. Ebenfalls zu spüren war, dass die Genferinnen bereits viele Spiele in den Knochen hatten. Das hohe Pressing der Baslerinnen stellte sie regelmässig vor Herausforderungen. Ihre Umschaltsituationen in die Offensive hingegen waren anfangs oft zu langsam. Die Baslerinnen waren gut eingestellt und wussten ihre Tempoverschärfungen gut einzusetzen.

Der Müdigkeit zum Trotz war die Klasse des Heimteams immer wieder zu sehen. Um in Führung zu gehen, mussten sie jedoch auch etwas auf die Mithilfe der Gäste zählen. Eine Flanke von rechts konnten die Baslerinnen nicht wegverteidigen und wenn so ein Ball dann bei Sandy Maendly landet, ist er oft auch drin. So auch in der 28. Minute.

Die Baslerinnen jedoch liessen sich von diesem Tor nicht verunsichern und spielten weiterhin sehr gepflegt und offensiv Fussball. Drei Minuten nach dem Gegentreffer traf Kristina Sundov die Latte und unterstrich damit, dass sich die Gäste nicht bereits jetzt aufgeben wollten. Der nächste Dämpfer folgte jedoch sogleich. Wieder ist es eine Flanke von rechts und wieder ist in der Mitte eine Genferin frei. Auch Natalia Padilla liess sich nicht zwei Mal bitten und erhöhte auf 2:0. So blieb den Rotblauen zur Halbzeit nur die Gewissheit, zwar gut gespielt zu haben in der zweiten Hälfte, jedoch einem Rückstand hinterherlaufen zu müssen.

Basel spielt weiter gut mit – Servette ist jedoch eiskalt

Die Grundprinzipien des Spiels veränderten die Baslerinnen in der Pause nicht. Hohes Anlaufen und ein gepflegtes Spiel waren das Mittel der Wahl. Dieses führte offensiv zu ansehnlichen Kombinationen. Mit genauen Steilpässen der Gegnerinnen konnte dies aber ausgehebelt werden und für Gefahr sorgen. Eine gute Balance zwischen offensivem Anrennen und defensiver Stabilität war gefragt.

Einer dieser langen Bälle, nach einer Ecke der Baslerinnen, führte dann auch zum 3:0. Melanie Huber konnte den Ball an der Mittellinie nicht klären und spielte diesen direkt in den Fuss seiner Gegnerin. Diesmal leiteten die Genferinnen mit Sandy Maendly den Angriff über die linke Seite ein und spielten den Ball ins Zentrum. Die bedauernswerte Flavia Lüscher lenkte den Ball anschliessend unglücklich ins eigene Tor (55.).

Damit drehte das Spiel komplett. Plötzlich machte das Heimteam keinen müden Eindruck mehr. Viel mehr schienen die Baslerinnen dem Tempo nicht mehr folgen zu können. Es schlichen sich Fehler ein und die Spielerinnen mussten immer öfter zum Foul greifen. Aber auch in dieser Phase des Spiels war die Spielweise der Baslerinnen sichtbar. Die Gäste brachten die Genferinnen jedoch nur noch vereinzelt ins Schwitzen. Selber kamen sie jedoch nie zwingend vor das gegnerische Tor.

Weil die Genferinnen ebenfalls nicht mehr auf Teufel komm raus angriffen, endete das Spiel mit 3:0 für das Heimteam. Danique Steins Team hat die richtige Einstellung ins Spiel gebracht. Durch Eigenfehler in der Defensive und das Fehlen des letzten Passes in der Offensive mussten sie sich jedoch von einer müden, und trotzdem starken Equipe bezwingen und in der Tabelle überholen lassen.

Servette FC Chênois Féminin – FC Basel 3:0 (2:0)

Stade de la Fontanette. – 103 Zuschauer. – Tore: 28. Maendly 1:0. 36. Padilla Bidas 2:0. 55. Maendly 3:0.

Servette: Pereira; Soulard (60. Tamplin), Hurni (78. Amaral Mendes), Spälti, Fleury; Tufo, Nakkach, Maendly (67. Redondo); Padilla Bidas (78. Bourma), Boho Sayo, Lagonia.

Basel: Tschudin; Rey, Huber, Lüscher, Bunter; Markou (72. Schmid), Kaiser, Hoti (60. Merazguia); Saoud, Hamidi (83. Matuschewski), Sundov (83. Spiniello). 

Aktuelle Nachrichten